Ägypten-Nilkreuzfahrt

Ich wollte Relikte der alten Pharaonen, Grabmäler und Tempel sehen, kombiniert mit einer netten Bootstour bei Sonnenschein und gutem Essen. Individuell verreist, informiert man sich und organisiert die gewüschten Elemente. Diesen Aufwand wollte ich sparen und buchte eine Pauschalreise. Muss nicht schlecht sein, sich nicht kümmern zu müssen – wird aber zum Problem, wenn pauschal als interessant betrachtet wurde, was dich überhaupt nicht interessiert, Interessantes jedoch ausgelassen wird… Leider gab es im Vorfeld nicht viel Information über den konkreten Ablauf und die Zielgruppe der Reise. Die Mitreisenden sucht man sich in der Regel auch nicht aus – Überraschungen waren also vorprogrammiert…

Resumee

Zum Ausklang gibt es noch einen sonnigen Aufenthalt im Beach-Resort. Schöne Anlage, Drinks ohne Extra Zahlung gibt es allerdings erst auf zweimalige Nachfrage – dies wäre normal nicht der Fall, immerhin wäre es doch besser, als 12 Stunden am Flughafen verbringen zu müssen…

Ja, ohne Frage, aber das ist auch das Dilemma – Fünf Stunden Bus von Luxir bis Makadi und dann später nochmals zwei Stunden transport zum Flughafen mit Abklappern Dutzender Hotels – also wer eine Nilkreuzfahrt machen möchte, sollte direkt nach Luxor fliegen, alles andere ist mindestens ein verlorener Tag, denn schön sind diese pasuchalen Fleischtransporte im Bus nicht. Immer wieder „Stop and Go“ wegen Bodenschwellen und Sicherheitskontrollen.

Und wie bereits erwähnt, fährt das Schiff von sieben Tagen auch nur drei – die restliche Zeit befindet es sich in der Regel eingepfercht zwischen anderen inmitten einer Abgaswolke der permanent laufenden Schiffsdiesel, mit Fernsicht von 1,5m auf die nächste Bordwand. Landstromanschluss – Fehlanzeige. Imerhin, das Bordperonal ist nett und hilfreich und dekoriert täglich die Handtücher zu Figuren..

Die von daheim oder auf dem Schiff vom Reiseveranstaler angebotenen Ausflugspakete sind um etwa 100% überteuert. Wenn man dann noch die Zwangsbeglückung mit Verkaufsveranstaltungen abzieht, fällt die Bilanz noch schlechter aus.

Und dann noch die Mitreisenden – der Altersdurchschnitt ist hoch – vor allem außerhalb der Ferien- dies scheint aber auch in den Strandhotels der Fall zu sein. Und je billiger die Reise, das Schiff, umso primitiver in der Regl auch das Publikum – muss man mögen.

Also wer den Schwerpunkt auf antike Stätten und anspruchsvolle Kultur legt, sollte Abstand von solch einer Tour nehmen und besser eine Rundreise Ägypten bei einem Reiseveranstalter mit wirklich qualifizierter Reiseleitung buchen und genau auf die Stationen und kurze und komfortable Zwischentransporte achten.

Tal der Könige ist sehr interessant – aber die pauschalen Eintritte mit nur drei Gräbern sind für den Interessierten zu wenig. Die Malereien und Symbole wiederholen sich, das stimmt wohl, aber es gibt mehr als sechzig Gräber, von denen zwar nicht alle, aber deutlich mehr als drei zu besichtigen sind. Und bitte vernünftige, faktenbasierte Information eines qualifizierten Reiseleiters statt sinnfreier Prollanimation, wenn man die Monumente nicht einfach für sich selbst sprechen lassen will.

Karnak und Luxor Tempel auch schön – Esna klein aber fein volelr Farben, Edfu?

Assuan Staudamm braucht man nicht unbedingt- Philae Tempel ist schön, vielleicht in Kobination mit einem guten Museum in Assuan? Nach Abu Simbel gibt es wohl auch Flüge – ist sicher interessanter und sehenswerter, als Sieben Stunden im Bus hin und hergefahren zu werden.

Du Arschloch! Komm her! Komm her!

Ich hau Dir in die Fresse…Der 78Jährige rüstige Ost-Rentner muss von seiner Frau und dem Bordpersonal aus dem Salon gezerrt werden, damit es nicht zu einer Knochendichtemessung durch Schlägerei kommt. Ich bin konsterniert. Wie konnte es dazu kommen? Ich hatte überhaupt keine Neigung herzukommen, sondern zweifelte an meiner Kreuzfahrt mit dem Bodensatz der Gesellschaft.

Ursprünglich war es ein schöner Tag und lustiger Abend. Esna Tempel besichtigen, dann bis Mittag Bootsfahrt zurück bis Luxor . Bedeutete im Endeffekt, dass eine Siebentägige Nilkreuzfahrt aus maximal drei Tagen Fahrzeit besteht und sich dann die Frage nach dem Sinn stellt, wenn man doch auch mit dem Zug oder Boot von (vernünftigem) Hotel zu Hotel fahren könnte … aber das ist ein anderes Thema.
In Luxor dann nachmittags Besichtigung von Karnak Tempel und Luxor Tempel – zum Glück ohne weiteren Shopping-Aufenthalt – der erste wirklich gelungene Ausflug.

Wir waren eine lustige Gruppe von noch vier Reisenden und der Abend neigte sich dem Ende zu. Bis dann eine Mitreisende das zuvor tanzende rüstige Rentnerpaar unbedingt etwas fragen und an unsere Sitzgruppe locken musste. (Es handelte sich um das Paar, welches ohne Wimperzucken die 680€ für Ausflüge locker machte) Schon fingen sie an zu erzählen, genauer ihr Gift zu versprühen, vor allem über die Mitreisenden, mit denen sie die ganzen Tage zusammenhockten und die bereits zu Bett gegangen waren. Ich glaube im Zusammenhang mit gebuchten Ausflügen fing er damit an, dass er ja nur 930€ Rente bekäme und sie 520€ trotz seiner 51Jahre, die er eingezahlt hätte. (Hauptsächlich ins marode DDR Staatswesen) Ein bekannter Ingenieur hätte aber auch nur monatlich 60 Mark (Ost) eingezahlt und würde jetzt erheblich mehr Rente bekommen, er nannte es Intelligenzzuschlag und dies wäre doch nun total unmöglich und unfair. Mein Hinweis darauf, dass es nun mal im System auch immer Ungerechtigkeiten geben könne, war bereits schwer zu verdauen, woraufhin der Hinweis kam, dass ich ja keine Ahnung hätte und mehr oder weniger erst einmal in die Rente einzahlen solle. Auf die Erwiderung, dass ich bereits seit 35Jahren in die Rentenkasse einzahlen würde und apropos Gerechtigkeit: gerecht wäre es auch nicht gewesen, dass die Westrentenkasse bei der deutschen Wiedervereinigung alle Ostrenten übernommen hätte, kam dann voller Hass und Geifer die persönliche Beleidigung „Du Arschloch“ Ich erwiderte, ich müsse mich nicht von jedem beleidigen lassen und er solle jetzt doch besser verschwinden (von unserem Tisch) rastete er dann völlig aus und wollte sich auf mich stürzen und mich verprügeln.

„Komm doch her!?“ – Seniorenproll keift, um auf steinzeitlich gewalttätige Art und Weise eine Diskussion zu Ende zu bringen? Ich bin viel zu verdutzt, um meinen Puls in gefährliche Bereiche zu beschleunigen, mache stattdessen große Augen und schaue zu, wie sich die Dinge entwickeln. Schafft er es, über Sitzgruppe und Tisch zu mir hin? Dann würde es interessant… aber welche stolze Leistung soll es denn bitte darstellen einen knapp Achtzigjährigen erfolgreich umzuhauen, auch wenn er sich und seine Möglichkeiten grob naiv falsch einschätzt? Locken FTI/Sonnenklar Pauschalreisen besonders viele verbitterte, neidzerfressene und missgünstige Rentner an? Es ist nicht nur eine Altersdurchschnitts- oder Ost-Westfrage, vielleicht ist es auch eine Preis- oder Marketingfrage. Ich fühle jedenfalls, dass ich auf dem vollkommen falschen Dampfer bin – wortwörtlich.

Natürlich gibt solch ein Eklat Diskussionsstoff für die nächsten Tage, aber ich will mich berhaupt nicht echauffieren, dass ist es nicht wert. Das Schiff ist allerdings nicht groß genug, dass man sich nicht mehr sehen müsste. Die als „negative Schwingungsecke“ zu bezeichnendee Seniorengruppe zelebriert mit missmutigen Gesichtern jedenfalls seine West-Feindbilder und versucht alles, mit Blicken töten zu können. Und zwei Tage später bittet mich der griesgrämige Reiseleiterbeleidiger, scheinheilig freundlich, mir am Abend für zehn Minuten ein paar Fragen stellen zu dürfen. Ich teile diese Neuigkeiten in meiner Wahlreisegruppe und man versichert mir, ich stünde nicht allein. Hallo? Mobilmachung? Und tatsächlich fängt mich dieser Herr auf der Schiffstreppe, quasi in Kampfhaltung ab, und fragt mich, wie alt ich wäre und was ich von Beruf wäre -er hätte gehört, ich als Westler hätte gesagt, die Ostrentner hätten ihre Rente nicht verdient. Das könne er ja so nicht stehen lassen., da müsse er reagieren.

Ernsthaft? Er regt sich sichtlich auf, aufgrund von Hörensagen? Welche vergifteten Verschwörungstheorien mögen da wohl in Reptilienhirnen ausgebrütet worden sein? Ich erläutere ihm mal den Ablauf des Abends und dass der absurde Anlass seiner Frage unbegründet und allein bei seiner zweifelhaften Quelle liegen würde. Ich erläutere auch, dass unser Rentensystem ein Umlageverfahren ist und es auf dem Prinzip beruht, dass die Arbeitenden die Rentner finanzieren würden. Und dies unabhängig von Ost und West. Und dass das Solidarprinzip eine weitere Kerneigenschaft unseres Systems ist, dass die Starken die Schwachen unterstützen sollen – ebenfalls unabhängig von der Region und von Ost oder West. Aber nein, der Herr hört überhaupt nicht auf, und ich stand ja nicht auf der Treppe, um dort zu campieren, sondern wollte an der Rezeption etwas erledigen (u.a. meinen Reisepass abholen), Der Herr reagiert auch überhaupt nicht nicht auf meine Ablehnung eine Ost-West Debatte mit ihm führen zu wollen und meine mehrfachen Hinweise, ich müsse weiter, ignoriert er. Stattdessen will er mir ernsthaft! erläutern, dass der Zusammenbruch Ostdeutschlands die Bundesrepublik gerettet hätte! Obwohl er nannte es nicht Zusammenbruch… Also ehrlich – wie viele Aluhutträger sind denn aus dem Internet auf dieses Kreuzfahrtschiff gekrochen? Und warum kommen die zu mir?

Er besteht darauf, ich hätte ihm zugesagt, ihm 10 Minuten meiner Zeit zu schenken – ich kann darauf nur antworten: „Ja und die zehn Minuten sind schon lange um – ich beende hiermit die Diskussion“ (die doch keine war) gehe ich schließlich weiter und ernte nur noch ein gegrummeltes, „So ein arrogantes…“ Genau – du mich auch.

Zum Glück war es der letzte Abend und ich musste den elendigen Anblick dieser verbitterten Gestalten nicht mehr allzu lang ertragen. Insgesamt eine Never Again Tour und ich werde in Zukunft um Reisen an denen „Sonnenklar“ steht, einen ebenso großen Bogen machen, wie um die von den Discountern angebotenen Pauschalreisen. Ich kann nur hoffen, dass ich niemals solch einen vergifteten Verstand bekomme. Besser fortwährend genügend Gedankenhygiene betreiben, wie es vor Jahren ein Dhamma im thailändischen Kloster so treffend ausgedrückt hat.

Das Problem ist nur, dass solche Metastasen der Missgunst in unserem Land leben und sich an dem System mästen, dass sie zutiefst ablehnen und ihr Gift verbreiten und versuchen, das Land und ein friedliches Zusammenleben zu zersetzen. Und sie scheinen Oberwasser zu bekommen, denn selbst im Urlaub ist man nicht mehr sicher vor ihrem wirren Gedankengut.

Endlich ein Tempel

Morgens ging es mit dem Bus mit einem Zwischenstopp nach Luxor zur Schiffsanlegestelle. Ankunft nach über fünf Stunden kurz nach 13:00. Es gibt eine kurze Begrüßung durch den Reiseleiter und der Checkin wird erledigt. Das Schiff fährt dann auch umgehend los. Es gibt eine kurze Einweisung, wann es eine offizielle Begrüßung und Abendessen gibt.

Ich verbringe einige Zeit in meinem Zimmer damit, alle Lichtschalter zu finden, mit denen sich die sämtlichst eingeschalteten Lampen auch wieder ausschalten lassen. (Einen Lichtschalter im Bad finde ich erst am späten Abend beim aufwärts gerichteten Blick während einer Thronsitzung) Und ich räume mein Kleidung in die Schränke und probiere den Zimmersafe. Nicht topmodern, die Klimaanlage ist eingebaute Generation Traktor – aus damit, da ich sie vermutlich nicht brauchen werde. Alles gut soweit.

Ich gehe hinauf aufs Sonnendeck, um mir einen Überblick zu verschaffen und bei der Gelegenheit probiere ich eine Pina Colada, bzw. was sich so nennt. Ananassaft, etwas Cocossirup und Rum, ja, aber die cremige geschmeidige Konsistenz einer guten! kubanischen Pina Colada ergibt sich nicht annähernd. Immerhin, es gibt Gläser und es wird nicht sämtliches Getränk in Kaffeepappbechern serviert, wie in diesem gestrigen „Beachresort“ – mir gruselt bei der Erinnerung. Mögen die deutschenglischrussischen Kampftrinkerhorden dort ihre Trinkspiele bis zur Besinnungslosigkeit treiben, aber Niveau geht anders.

Ich gönne mir gerade den ersten Schluck meines Getränkes und schlage mein Buch auf, als der Reiseleiter auf mich zukommt und mir vorwurfsvoll erklärt, dass bereits alle beim Mittagsbuffet auf mich warten würden…normalerweise wäre um 13:00 Essen…Ups…ich gebe notgedrungen meinen Premium Halbschattenplatz mit Aussicht auf und begebe mich um 14:15 zu den Resten des Mittagsbuffets. Der Kapitän isst, aber es sind keine Gäste mehr da – ansonsten warten alle Kellner und Köche darauf, das Buffet abräumen und neu eindecken zu dürfen. Okokok. Etwas essen, schmeckt. Check.

Um 17:00 bei der Begrüßung startet der Reiseleiter seine Verkaufsoffensive für Ausflüge und ganze Pakete. Ich bin noch unentschlossen, das „Einsteigerpaket“ für 249€ zu buchen und schaue mir erst mal an, was andere Gäste buchen. Abu Simbel würde mich interessieren, aber kostet extra 124€ für einen Tempel (findet sich im Internet buchbar für den selben Tag für 54€ in Englisch, wie ich aufgrund eines Hinweises einer Mitreisenden im Internet entdecke) Mir kommen Zweifel an der Preisgestaltung. Bin aber doch baff, wie kommentarlos ein Paar, welches eine Kutschfahrt und Abu Simbel machen wollte mal eben so die sich ergebenden 680€ für zwei Personen berappen. Ich konnte nicht nachvollziehen, wie sich der Preis zusammensetzt, das Paar brauchte dafür aber einen Tag länger und die Stimmungsmache eines griesgrämigen Mitreisenden. Überhaupt ,ich versaue hier den Altersdurchschnitt. Der Griesgram ist wohl auch sehr unzufrieden mit der Ausgestaltung des Ausflugspaketes und wird persönlich beleidigend dem Reiseleiter gegenüber (schon am ersten Tag, ups), ist dann aber auch nicht konsequent genug, kein Paket zu buchen… Ich entschließe mich das Paket zu nehmen, nach der Zusicherung, dass ich alle darin aufgeführten Lokalitäten besichtigen könne, obwohl mir ja ein, durch die Hurghada Absteige verhunzter Tag auf dem Schiff fehlt.

In der Nacht erreicht das Schiif Edfu. dort gibt es laut Wikipedia den besterhaltensten Tempel Ägyptens, der ist aber nicht im Programm. Nur individuell. Sagt der Guide. Dieses Schätzchen sagt mir aber nicht, dass das Schiff bereits um 08:30 am nächsten Morgen losfährt, man also früh los gehen müsste, wenn man ihn sehen will. Das merke ich beim Frühstück, kurz bevor ich losgehen will und feststelle, dass das Schiff wieder fährt. Nix Tempel. Nichts besterhalten. Nur ein paar Franzosen beim Konkurrenzveranstalter, die waren frühmorgens mit ihrem Guide dort und schwärmen von dem schönen Tempel.. So what? Ich komme mir veralbert vor. Auf der Infotafel im Foyer stand auch nichts darüber, nur eine Feuerübung um 11:00. Im Endeffekt hatte ich Glück, denn wäre ich früher aufgestanden, wie ich geplant hatte, dann wäre ich an Land gewesen, als das Schiff losfuhr. Pauschalangebot ala FTI, anscheinend wird alles, woran man nicht verdient, geradezu sabotiert, was Bauernschlepperei gleichkommt. Interressanterweise kostet für die Franzosen die Busfahrt nach Abu Simbel weniger als 90€, also ein Drittel weniger als bei Meeting Point/FTI. Leider scheitere ich daran, mich den Franzosen anzuschließen, denn man hat die Regel aufgestellt, dass auf den Schiffen die Reisenden nur Ausflüge bei den eigenen Reiseveranstaltern buchen dürfen. Also das hat schon mehr als ein Geschmäckle, das ist Abzockerei.

Erst am späten Nachmittag um 17:00, als die Sonne untergegangen ist, steht der Besuch im Kom Ombo Tempel an – der wäre ja angeblich so gut beleuchtet..Kackdriet. Das Schiff ist um 16:30 gelandet, die Franzosen und Gäste aller anderen Schiffe gehen los, um den Tempel noch in der Abendsonne zu sehen, aber die FTI-Lakaien werden zurückgehalten, denn der Prinz Reiseleiter ist noch nicht da. Ja wo isser denn? Aber es nutzt nichts, sich zu grämen, das Geld fürs Paket ist bezahlt, davon gibt’s nix wieder…

Dafür taucht am nächsten Tag als Gratis-Extra für den Ausflug zum Assuan Staudamm und Philae Tempel plötzlich noch ein „Nubischer Duftheiler“ im Programm auf. Hört sich nach Kaffeefahrt, nach Heizdecken an? Ja, genau. aber es handelt sich natürlich um „Essenzen“, also ätherische Öle. Die werden dann 1,5 Stunden lang beworben, dafür ist unbegrenzt Zeit (denn es gibt Provision) Riecht gut, ist aber auch alles, denn günstig isses nicht, wie ein schneller Blick ins Internet zeigt. Immerhin das beste draus gemacht und eine Rückenmassage mit Eukalyptos/Sandelholz mitgenommen- die war gut und somit angemessenes Schmerzensgeld. Ich bezweifele jedenfalls stark ob ein nachhaltiges Toruismuskonzept hinter solchen Angeboten steht. Der Philae Tempel ist durchaus schön anzusehen (aber besser keine Taschenmesser im Rucksack mitnehmen, das gibt Probleme und macht Bakschisch nötig, um es wiederzubekommen) und die Felukkenfahrt ist nett, aber warum wird ein Museum großartig erwähnt, wenn aufgrund von „Duftheilung“ überhaupt keine Zeit vorgesehen ist, es zu besuchen? Lässt sich damit nichts verdienen?

Ein Nubisches Dorf am Nachmittag erspare ich mir, denn wir sind auf dem Weg zum Damm mit dem Bus dran vorbeigefahren und da müsste man mir eher Geld bezahlen, als dass ich 38€ dafür locker mache. Ich erfinde mir stattdessen auf dem Sonnendeck einen neuen Cocktail: Ouzo Tonic, mit einem Fitzelchen Minzsirup: Frisch süß sauer. Das Highlight des Tages.

Auf zur Jagd nach dem Juwel vom Nil

Kennt den noch jemand? Diesen alten Film mit Michael Douglas?

Ist auch egal, müsste nur eben daran denken… Gleich geht es los mit dem Flieger nach Ägypten. Über Hurghada nach Luxor, Nilkreuzfahrt, eine Woche, pauschal, komplett. Ob mir das gefällt? Wird es abenteuerlich genug sein?

Hinflug in der Sardinenklasse/nix inklusive. Aber OK, Ich habe mir Obst und Wasser und Ciabatta Brot mit Kalamata Oliven mitgebracht. Leider auch Probleme mit einem noch nicht komplett abgeklungenem mutierten Schnupfen, da sind die trockene Kabinenluft und Druckunterschiede nicht gerade förderlich…

In Hurghada am Flughafen für 30 Euro das VIP Paket erstanden, mit Visum, Flasche Wasser und einer SIM Karte mit 1,6GB die kann ich dann schon im Bus zum Hotel einsetzen und funktioniert. (Hat aber nur 1,2GB wie ich später feststelle) Ägyptische Pfund gab es auch in einem Geldautomat am Gepäckband mit der Kreditkarte. (Die ich aber absolut nicht brauchte – letztendlich habe ich die Hälfte als Trinkgeld verteilt)

Leider fährt der Bus heute nicht mehr nach Luxor, so lande ich für eine Nacht in einem Strandhotel in Hurghada – Minamark- Resort – nun wirklich nicht mein Ding. All Inclusive, aber es gibt nur Schnaps oder Bier aus Flasche in Pappbecher umgefüllt, oder den ekligsten Rotwein, den ich seit zwanzig Jahren getrunken habe. Das Essen ist – Matsch. Nur die Cocktails, die exra kosten sehen gut aus. Auch das Zimmer ist sehr einfach und hatte seine beste Zeit vor Jahren. Der Strandabschnitt ist minimal, aber es gibt Rudel von Sauftouristen – insgesamt werde ich froh sein, morgen früh endlich nach Luxor aufs Schiff zu kommen. Ein Besuchsprogramm den nächsten Morgen in Luxor fällt für mich aus, da der Bus um Acht Uhr morgens für mehr als fünf Stunden durch die Wüste bis Luxor gurkt.

Afrika

Ein großer Kontinent. Womöglich die Wiege der Menschheit, Pyramiden, Karthago. Für mich weitestgehend unerforscht, aber dorthin führte mich mein erster Flug (mit einer Tristar) in meine erste Fernreise (Kenia). Prädigital aber prägend. Denn Lebensfreude korreliert nur bedingt mit der Anzahl der Besitztümer. Kulturschock, Safari, UB40 in der Bush Bar. Suaheli, Jambo, Mzuri sana, Unvergesslich.

Jahre später: Ein vorweihnachtlicher Aufenthalt in Tunesien in Hammamet, mit Flucht aus der Altstadt vor grapschenden arabischen Händlern. Stattdessen selbstorganisierte Ausflüge mit den regulären Sammeltaxis nach Tunis und Carthage, hinein ins Getümmel in Basaren und Museen – eine ganz andere Welt, als ein durch Massenpauschaltourismus korrumpierter Badeort.

Und wieder Jahre später, nun ein erneuter Aufenthalt im arabisch geprägten Nordafrika – Nilkreuzfahrt in Ägypten im digitalen Zeitalter.

Amerika

Ein Kontinent, oder vielmehr zwei Kontinente? Nord- und Südamerika, Lateinamerika – endlose Weiten, spektakuläre Natur jedenfalls. Nationalparks, die zu erwandern es mehrere Leben bräuchte. Immer wieder schön.

Asien

Naher, Mittlerer und Ferner Osten – der Orient und was dahinter liegt. Jahrtausende alte, lebendige Kulturen. Aber auch hier: spektakuläre Natur und solche Diversität, dass es mehrere Leben bräuchte, sie zu erfassen.
Hier finden sich noch viele weitere Bildergalerien zusätzlich zu den Reiseberichten Gone to Asia und Shikoku. Und doch habe ich mir bisher nur einen Bruchteil der Kulturen erschlossen.