Epilog

neue Schuhe

Second first impressions: Just arrived home … business as usual?

Nach dem Rückflug im sehr Raum- und Komfortsparsamen Flieger, inklusive Zehnstündigem Aufenthalt auf dem Pekinger Flughafen, planmäßige Landung in Düsseldorf und Benutzung der öffentlichen Transportmittel Bahn und Straßenbahn. Die Geräuschkulisse ist anders, die wahrgenommene Pünktlichkeit des Regionalexpresses mit zwei Minuten Verspätung schlechter. Der Mobilfunkempfang war hierzulande definitiv schlechter – mag ja sein, dass der Zug schneller ist die japanische Bummelbahn, aber dort gab es auch nicht im Shinkansen Funklöcher oder weiträumig nur mit GPRS Geschwindigkeit verfügbarer Datenrate im Mobilfunk. Geplanter 5G Ausbau? Wäre ja schön, wenn überhaupt mal flächendeckend 3G geschafft wäre… und nicht einmal bei der Bahnstrecke Düsseldorf-Köln ist dies gewährleistet. Aber dies lag an meiner Sparversion von Mobilfunk: LTE Verbindungen waren nicht möglich. Nach einem Wechsel ist jetzt alles besser (und teurer :-()

Mein Paket aus Japan hatte es ebenfalls ordnungsgemäß nach Hause geschafft. Die Wanderschuhe jedoch konnte ich nach einigen weiteren Kilometern entsorgen – Neubesohlung bei diesem „Billig“-modell nicht möglich. Würdige Nachfolger sind bereits gefunden – auf zur neuen (Wander-)Abenteuern!

Nara I

Frühstück, und dann geht es auch schon wieder mit dem Shinkansen Nozomi mit Tempo 280 nach Kyoto und dann im Rapid, was nicht allzu schnell ist, nach Nara. High Noon is ich bin am Hotel angelangt. Den schweren Rucksack kann ich dort lassen und mache mich erleichtert auf in den Nara Park.

Überall Rehe. Die Viecher haben gelernt, dass sie sich verbeugen und dann mit Reh-Keksen, die man überall für 150¥ kaufen kann, gefüttert werden. Stellenweise ist alles voll gekackt und es riecht streng nach einem übergroßen Urinal. Ich frage mich, ob es hier überhaupt eine Bestandskontrolle für Rotwild gibt.

Tokyo IV

Dauerregen war heute mein Begleiter. Vielleicht nicht ganz das ideale Wetter, um Parks zu besichtigen, aber hat den Vorteil, dass nur weniger Besucher vorhanden sind und die Atmosphäre ist besser. Das schlimmste war nicht einmal der Regen, sondern der zum Teil sehr stürmische Wind- da half der Regenschirm nicht immer und unter den Bäumen hieß es auf herab fallende Äste zu achten…

Ich weiß nicht, ob ich weniger Wasser in den Schuhen gehabt hätte, wenn ich die Regenhose etwas früher übergezogen hätte, aber ich bezweifle es- als ich am frühen Nachmittag eine Wasch-und Trocken Pause im Hotel einlegte, konnte ich die Einlegesohlen der Schuhe auswringen, denn das Wasser stand fast bis Oberkante.

Zuerst ging es zum Imperialen Paketgarten und anschließend zum Shinjuku-Gyoen Park, der bei Regen wirklich wunderbar ist.

Nach eineinhalb Stunden ging es dann nach Shibuya, in ein Shopping Epizentrum. Ich habe alle sieben Etagen des Warenhauses Tokyo Hands abgelaufen, um besondere Mitbringsel zu finden, habe aber leider nichts sinnvolles gefunden. Bin dann wieder mit der Ginzo Linie zurück, um ein Chicken Curry mit Avocado zu essen-lecker.

Tokyo III

Heute standen weitere Parks auf den Programm, eine zweite Empfehlung aus Shikoku, der Kiyosumi Park und weil er auf den Weg zum Imperialen Palast liegt, der Hamarikyu Garten.

Zufällig kann ich auch an einem Stück (aus meiner Sicht hässlichem) Architektur Geschichte vorbei, ihr den geplanten Abriss ich erst vor kurzem eine Reportage gesehen habe.

Leider war aber der Imperiale Garten heute geschlossen und auch mein Alternativ Versuch in Shinjuku scheiterte am heutigen Montag. Morgen dann.

Im Hibiya Park scheint es so etwas wie ein Deutsches Oktoberfest zu geben, aber bei mehr als 12€ für ein Glas Weizenbier halt sich mein Interesse in Grenzen.

In Shinjuku war es noch früh, aber der Filmstart eines weiteren Godzilla Filmes warf dort bereits seine lautstarken Schatten.

Tokyo II

Was ist besonders an Tokyo? Sicher die Größe, die vielen Menschen, hohen Häuser, Edo und Parks. Diese Inseln der Ruhe und Natur inmitten des Labyrinths aus Beton, Stahl, Asphalt Glas sind, was mich interessiert. Im Rikugien Garten, der mir auf Shikoku empfohlen wurde, bekomme ich eine englischsprachige Führung von Keiko. So werden mit viel Details verkürzt, die ich ansonsten vielleicht übersehen hätte. Wichtig für den Garten sind Wakas, dies sind wie Haiku eine besondere Japanische Gedichtsform. Wenn ich es richtig wiedergebe in der Form 5-7-5-5 Silben. In Anlehnung an die Schönheit der Provinz Wakayama( in der ich war, z.b. in Koyasan) Auch die 88 ist Mal wieder ein wichtiges Element in Park, so gab es einst 88 Wakas und Stelen. Nur schade, dass gerade nicht so viel blüht…

Zuvor war ich im Korakuen Garten, anscheinend war ich hier vor bereits vor Jahren einmal. Interessant, ich bin anscheinend Wiederholungstäter, mit seit Jahren nicht grundsätzlich veränderten Interessen…

Und dann war da noch der Botanische Garten und zum Abschluss noch zum Asakusa Schrein. Dort ging gerade ein Tempelfest zu Ende, unglaubliche Menschenmassen, vor allem Touristen und viele mobile Fastfood Anbieter.

Tokyo I

Mein bisheriges Shopping passt noch alles in den Rucksack. Zwar schwer, aber besser zu tragen als mit separater Tasche geht es zur Metro und dann mit dem Shinkansen Nozomi bei Tempo 245 in etwas mehr als zwei Stunden nach Tokyo.

Dort am Business Hotel angekommen, mache ich einen Spaziergang durch die Wolkenkratzer des Geschäftsviertels von Chuo. Chic ist es dort, aber Globalisierung sei Dank, könnte ich alles was es hier gibt genauso gut auf der Königsallee in Düsseldorf in Köln oder auch in Berlin kaufen. Wahrscheinlich sogar billiger. Auch im anschließenden Bezirk Ginza gibt es eine Mall neben der anderen, Shopping, Konsum und Fastfood für Shopper und Büroangestellte. Ich laufe weiter. Sister nochmal eine Runde um den Block bei der Kando Station, dort gibt es viele kleine Imbisse.

Kyoto IV

Heutige Etappe: von Fumishi Imari gern Norden über Chion-In vorbei an Nanzenji über den Philosophen Weg nach Ginkakuji und zurück über Sanyo zum Yukata Shopping.

Am Fushimi gab es anfangs Busladungen voll Touristen, nicht unbedingt etwas für Menschen mit Klaustrophobie. Allerdings verlief sich die Menschenmenge mit dem Aufstieg. Ich habe den Ort mit wesentlich weniger Besuchern und auch viel weniger Toris in Erinnerung. Mittlerweile gibt es kaum noch Stellen ohne viele Tore.

Kyoto III

Heute geht es zuerst in die Burg Nijo und dsnn in den Westen Kyotos nach Arashiyama. Auch hier gilt: wo die Busse hinkommen und nicht allzu viel gelaufen werden muss, ist alles maßlos überlaufen.

Ich besuche aber zwei sehr schöne und sehr ruhige Tempel der Shingon Sekte (Kukai lässt grüßen) Gioji und Daikakuji. Anschließend geht es noch kurz in den Osten der Stadt, unter anderem auch, in ein paar Souvenirs einzukaufen… Dabei bin ich aber erfolglos.

Kyoto II

Heute gibt es eine besondere Parade zu einen Aoi Festival und einen monatlichen Flohmarkt am Chionji Tempel möchte ich besuchen. Und dann auch noch etwas herumlaufen und einen fetten Tempel anschauen.

Aber Kyoto ist sehr touristisch geworden. Solche Menschenmassen, Dutzende von Busladungen voller asiatischer Pauschaltouristen gab es hier vor neun Jahren nicht. Stellenweise deutlich zuviel.

Wie üblich, bekomme ich einige Bilder partout nicht hochgeladen… Ein Upload Filter?

Kyoto I

Nach dem Frühstück geht es in Express Zug nach Kyoto. Ob Express bedeutet, dass der Zug schneller fährt, oder dich ein oder zwei Stationen durchfährt, ist mir nicht klar, es dauert jedenfalls 3,5h statt 2,5h mit Limited Express und ein wenig Shinkansen, kostet dafür auch nur ein Viertel.

In Kyoto versuche ich direkt bei Ankunft etwas zu shoppen, doch leider gibt es die hervorragenden RollingDuffel Reise Taschen von L.L Bean but online. Meine Hello Kitty Icoca Karte erweist sich als sehr praktisch für den Bahnverkehr. Ich checke dann in mein Uraraka Guesthouse ein und marschierte dann los zu einer anderen Filiale, in der es noch eine große Reisetasche geben soll. Ein Nachmittags Spaziergang von neun Kilometern. Tatsächlich bekomme ich dort die Tasche, die ich für den Rückflug nutzen will, sogar reduziert, aber leider nicht Tax Free. Dafür bekomme ich einen Rabattcode, quasi tax free.

Die Rückfahrt erweist sich als schwierig, wegen eines Personenschadens haben die Züge 90 Minuten Verspätung, es herrscht Chaos und Gedränge auf dem Bahnsteig und in Kyoto-Station ist es nicht leicht herauszufinden, welche meine nötige Linie ist, und von welchem der 33 Bahnsteige sie fährt…

Aber Ende gut, alles gut.

Tag 12: Kihokucho – Ise

Nach dem Frühstück gehe ich bei Sonnenschein und Recht schwülen Wetter los. Zuerst war geplant bis Mittag etwa 15km bis Umegadani zu wandern, um dann dort gegen Ein Uhr den Zug nach Ise zu nehmen. Aber kurz vor Erreichen von Nagashima nach wenigen Kilometern prüfe ich nochmals die Bahnverbindungen und stellte fest, dass ich auch in einer knappen Stunde, ab dort einen Zug nehmen könnte. Hätte auch den Vorteil, dass ich mehr Zeit in Ise für für Besichtigung der Großschreine hätte. Ich beeile mich und bleibe auf der kürzeren Strecke entlang der Hauptstraße, nur um dann später festzustellen, dass der Zug eine halbe Stunde später fährt. Somit habe ich Zeit, mich meiner Lektüre zu widmen. Um 12 komme ich am Hotel neben dem Bahnhof an, kann den Rucksack dort lassen und besichtige erst den Äußeren und dann den Inneren Schrein. Dazwischen liegen vier Kilometer vierspuriger Hauptstraße. Die Schreine sind komplett umzäunt, Kein direkter Zutritt für Normalsterbliche. Menschenmassen, Ganze Busladungen, die sich dennoch kurz und schnell an einer Art Guckloch verbeugen. Die Holzgebäude sind erst wenige Jahre alt, wenn ich es richtig verstanden habe, werden sie alle Zwanzig Jahre neu gebaut, und dafür hat man eigens einen Zedernholz Wald angelegt. Natürlich gibt es noch einige weitere Schreine, die etwas zugänglicher sind. Der gesamte Ort lässt mich ratlos zurück. Dann geht es noch durch antike Futtershopping Straßen und ich bin froh es hinter mir zu haben.

Tag 11: Owase – Kihokucho

Nach dem Frühstück um 07:00 geht es erst eine Stunde zurück bis Owase, wo ich dann den Magose Pass in Angriff nehme. Es ist sehr warm, daher sind die Steigungen heute eine besonders schweißtreibende Aktion…Wieder ein sehr schöner historischer Steinpfad. Oben am Pass gibt es einen Abzweig zum Binishiyama Felsgipfel, doch dafür fehlt mir leider die Zeit. Nach dem Abstieg in Aiga nehme ich die Bahn, um eineinhalb Stationen entlang der Hauptstraße zu verkürzen. Ich springe natürlich nicht auf halber Strecke an, sondern laufe von der zweiten Station Minose zurück zum Hajikami Pass. Der Aufstieg führt über einen Pfad aus der Edo Periode, aber nur erscheint er wie ein normaler, aktueller Schotterpfad, wieder hinunter geht es auf dem gleichmäßigen Pfad aus der Meiji Periode. Wieder am Bahnhof vorbei will ich über den Miura Pass, aber verpasse dank der fehlenden Beschilderung den Abzweig. Als ich vor den Doze Tunnel stehe, ist mir klar, dass kein Abzweig mehr kommt, ich entscheide mich aber dagegen nochmals zurück zu gehen. Direkt ab der Küste entlang geht es zu meiner heutigen Unterkunft – kein Vergleich zu gestern. TipTop dieses Kiino Matsushima, allerdings habe ich nur Frühstück gebucht, da mir das Abendessen zu gehoben (und zu teuer) erschien.

Tag 10: Kumano – Owase

Das Frühstück stellte sich als ein Bausatz heraus, meinen Fisch musste ich nur erst grillen und die sehr leckere Misosuppe musste erst auf den Stövchen kochen. Für meinen Geschmack viel zu kompliziert und dauert zu lange.

Zuerst muss ich vom Hotel hinunter. um dann wieder zum Matsumoto Pass aufzusteigen. Ein schöner, zum Teil mit jahrhundertalten Steinen ausgelegter Weg.

Direkt im Anschluss geht es über den Obuki Pass. Für den nächsten Pass bräuchte ich etwa drei Stunden, der anschließende Zug kommt in etwas weniger als drei Stunden. Könnte gerade noch passen, es ist allerdings auch ziemlich warm und einige blutrünstige Moskitos haben mir in der Nacht den Schlaf geraubt und mich zerstochen, bis ich mehrfach aufstehen müsste, um anscheinend alle erwischt zu haben. Ich nehme lieber den früheren Zug, denn meine Unterkunft ist noch eine Stunde Fußmarsch vom Bahnhof Owase entfernt. Es geht stetig bergan, bis ich Irgendwo im Nirgendwo mein Ziel erreicht habe. Recht speziell und hat vielleicht bessere Zeiten erlebt, aber ganz sicher bin ich mir dabei nicht… Es ist jedenfalls noch früh und Zeit bis zum Abendessen, so laufe ich nach einer Pause noch weiter das Tal hinauf, bis die Straße endet. Tolle Natur.

Bilder bekam ich dort nicht hochgeladen, warum auch immer. Das Essen war ok, eine Flasche Bier dort war allerdings die Teuerste Japans bis jetzt. Immerhin: Null Sterne und Null Moskitos.

Tag 9: Shingu – Kumano

Die heutige Etappe nennt sich Hama-kaido und führt fast immer am Shichiri-mihama Strand entlang oder historisch auf den Strand. Dieser besteht aber aus kleinen Kieseln – darauf mit Rucksack zu laufen ist in etwa so anstrengend, wie einen steilen Berg hinauf zu gehen. Dies erspare ich mir aber weitestgehend, denn mit vorraussichtlich 28km wir es ohnhin sportlich genug. Die linke Schulter macht sich bereits nach 500m bemerkbar, aber irgendwie schaffe ich es über den Verlauf der Stunden, es nicht allzu schmerzhaft werden zu lassen, vor allem, da sich der Schmerz ausgleichend auf beide Seiten verteilt…

Die Strecke ist fast permanent entlang der vielbefahrenen Straße und es gibt nicht allzu viel Besonderes zu sehen. Nur kommt es so vor, also ob ich jetzt einige der übersprungenen Stecken von Shikoku nachhole – Meditation im Abgasrausch…

Kurz vor Kumano befindet sich dann der Hanaoiwaya Schrein, an einem großen Felsen. Und dann gibt es noch etwas weiter einen Löwen Felsen, um den ich auf dem Kieselstrand stapfe. Dann noch ein steiler Anstieg und ich bin in meinem Onsen Hotel.

Man gibt mir ein westliches Zimmer, aber ich hatte traditionell gebucht, das lasse ich schnell ändern, den auf einem Futon schläft es sich besser. Das erste Hotel, bei dem der Toilettendeckel automatisch beim Betreten des WC nach oben klappt und die Schüssel beleuchtet ist. Musik hat die Toilette aber nicht, ich probiere alle Tasten.

Festzuhalten ist, dass das WiFi in diesem Hotel großer Mist ist. Am falschen Ende gespart. Deswegen muss ich auch zum zweiten Male über das mehrgängige Essen schreiben. Englisch spricht man hier auch nur mittels Übersetzer Apps auf Tablets oder kleinen Geräten. Das Essen wird wahrscheinlich gehobenes Niveau sein, aber ich bevorzuge die etwas einfachere Variante ohne Schnecken und ähnliche ausgefallene Meeresfrüchte.

Gerade habe ich festgestellt, dass ich es unmöglich morgen ausschließlich zu Fuß bis zur nächsten Unterkunft schaffe, wenn ich auf den historischen Pfaden unterwegs sein will. Ich muss dann Mal schauen, wieviele der Pässe ich bis zu einer Bahnstation schaffe, die mich dann ein paar Stationen weiter nach Owase bringt.

Tag 8: Nachisan – Shingu

Nach dem westlichen Frühstück und ein bisschen Konversation gehe ich los. Zuerst führt die Straße bis nach Kii-Katsura ans Meer und dann folgt man der Hauptstraße, nur unterbrochen durch zwei kleine Pässe, die ich anstelle der Straßentunnel überquere. Kurz vor Shingu werde ich von einem Mann gerufen, der mich bittet eine Pause zu machen und mit ihm eine Kiwi zu essen. Ein siebzig jähriger Mönch im Ruhestand. Ich habe nicht alles von seinem Japenglisch verstanden, aber er erklärte mir wohl, dass es nur einen Buddha gäbe, als Impersonifizierung des christlichen Gottes. Alles gleich also. Und in Nara gäbe es auch einen Tempel mit der riesigen Buddhastatue. Der Name des Buddhismus wäre Tenji oder Tenschi. Wie gesagt, ich habe nicht alles verstanden und womöglich sogar falsch.

Gegen Eins komme ich am Gran Hotel an, es ist zu früh zum Einchecken, aber ich kann den Rucksack schonmal dort lassen. So kann ich ziemlich erleichtert den Aufstieg zum Kumikura Schrein machen, der über eine extrem steile Treppe führt. Läuft sich fast von allein. Der Legende nach, sind Buddha und die Gottheiten genau dort vom Himmel herabgefahren, siehe auch die alte Japanische Skizze. Danach geht es zum dritten Groß Schrein vom Kumano Kodo: Kumano Hayatama Taisha. Dann noch eine Runde durch die Stadt über den Asuka Schrein zurück zum Hotel. Mein Rücken schmerzt ziemlich, es ist aber vielmehr eine Verspannung in Höhe des linken Schulterblattes. Eine heiße Dusche und etwas Diclofenac Creme sollten helfen.

Tag 7: Koguchi – Nachisan

Die heutige Etappe Ogumotori-goe verspricht deutlich anstrengender aufgrund der vielen Höhenunterschiede zu werden. Zusätzlich gibt es aufgrund eines Bergrutsches eine Umleitung um einige Kilometer zusätzlich. Wir bestreiten nach dem westlichen Frühstück die Etappe gemeinsam und unterhalten und dabei. Ist ggf arnicht Mal so einfach während eines steilen Anstiegs mit Rucksack weiterzureden, aber es gelingt. Ich bin zwar nicht unbedingt schneller geworden und passe lieber auf meine Füße und den Weg auf, aber meine Kondition hat sich doch deutlich verbessert. In Nachisan trennen sich dann unsere Wege, denn er hatte dort keine Unterkunft mehr finden können, sondern nur in der Stadt Kii-Katsuura. Dort werde ich dann morgen durchlaufen.

Der große Schrein von Nachi und die Pagode sind interessant und für mich geht es am Ende noch die Daimonzaka Treppen zwischen Jahrhunderte alten Bäumen hindurch zu meinem reservierten Daimonzaka Washua Homestay. Ein Bad gibt es hier nicht, dafür freien Eintritt in einen Onsen in der Nähe. Das Angebot, mich den Kilometer im Auto zu bringen, kann ich nur ausschlagen, denn die jeweils 15 min Fußmarsch schaffe ich noch locker. Das Onsen ist wunderbar, es ist ein schöner Spaziergang und dann gibt es ein wunderbares Essen für mich und Konversation mit der netten Frau hier.

Tag 6: Yunomine Onsen -Koguchi

Mit dem Bus geht es ein ein paar Stationen bis zum Startpunkt der Etappe Kogumotori-goe bei Ukegawa.

Heute eine leichte Etappe, nicht allzu viele Höhenmeter oder Kilometer. Bei den Überresten einer Kowase Fähre, die durch eine Brücke ersetzt wurde, treffe ich auf einen Portugiesen, der ausgezeichnet Englisch spricht und jetzt in Galizien lebt. Wir kommen ins Gespräch über Miyamoto Musashi und dieses und jenes und gehen den restlichen Kilometer bis zu unserer Unterkunft gemeinsam. In Koguchi haben wir beide über Kunano Travel Shizen-no-le reserviert, welches sich in einer alten Schule befindet und zu den auch ein Camping gehört. In einer Art Loggia meines Raumes trinke ich Tee und schaffe es endlich kann wieder mein Buch wir zu lesen, denn es gibt im Ort keinen Mobilfunk und das freie Wifi ist nur im anderen Bereich empfangbar, jeweils nur maximal 15 min. Dann schaue ich mir noch kurz den Ort an, nehme ein Bad und dann gibt es Essen. Wir unterhalten und noch den ganzen Abend über beim Essen und Sake, so dass ich auch dann nicht zum Bloggen komme. Das Essen dort ist gut, wenn auch nicht besonders ausgefallen.

Tag 5: Yunomine Onsen

Heute ist ein ruhiger Tag, den erst morgen will ich die nächste Etappe auf dem Nakahechi antreten. Ich habe hier gut geschlafen, es ist schon länger her, dass ich in einem Hostel übernachtet habe, aber das Konzept hier mit separaten Schlafbuchten ist gut. Und die drei Onsen hier sind genial. Da musste ich am morgen direkt nochmals hinein. Und dann galt es eine wirklich große Spinne aus den Zimmer zu entfernen. Ich will ja nicht, dass die nachts auf mit herum krabbelt. Womöglich ist die auch noch sehr giftig. Ab ins große Glas und dann nach draußen, 30m weiter ins Grün. Sich eine Rettungsaktion gibt bestimmt Buddhismus Bonuspunkte.

Ich koche mir hier in Ort ein paar Eier in einer Thermalquellen, den das Wasser tritt dort an mehreren Stellen beinahe kochend zutage. Dann gehe ich den Dainich-goe trail nach Hongu Taisha und mache dem großen Schrein nochmals meine Aufwartung. Dann gehe ich am großen Tori vorbei zum Startpunkt der morgigen Etappe, um schonmal das Heft zu stempeln. Wie ich dabei feststellte, gibt es irgendwo am Tori oder dem ehemaligen Ort des Groß Schreines noch einen Stempel- ich bin zwei Mal durch und herumgelaufen, aber habe nichts gesehen. Aber nur dafür zurücklaufen habe ich auch keine Lust. Stattdessen wandere ich ganz gemütlich den Großteil der gestrigen Busstrecke entlang.

Tag 4: Totsukawa Onsen – Yunomine Onsen

Für das Frühstück musste ich eine frühere Zeit aushandeln, statt 07:30 wurde 07:00 akzeptiert.

Dann ging es stetig bergan, bei wunderbarem Wetter, vielleicht schon eine Spur zu warm für mich, oder ich war nicht 100% fit, weil ich dort geschlafen habe, jedenfalls gegenüber gestern, fiel mir der Anstieg deutlich schwerer. Erst mit der Zeit, aber vor allem nachdem ich etwas Magnesium genommen hatte ging es leichter. Bei einem Zwischenstop traf ich meine drei Japaner wieder und sie schenkten mir zum Feiertag einen Drachen-Wimpel den ich dann fortan ebenfalls tragen durfte. Oben auf dem Pass war ich dann plötzlich die Attraktion für eine ganze Gruppe junger Japanerinnen als Deutscher, der auf Shikoku gepilgert ist und jetzt den Kumano Kodo läuft. Lustig.

Der Abstieg war schier endlos, mit vielen schrägen Steinstufen- ich habe hier solch ein unglaubliches Glück mit dem Wetter! Ansonsten bei Nässe wäre der Weg auch mit Stöcken deutlich schwerer und gefährlicher geworden.

Später, nach einem Stop an einem Michi No Eki, bei Nullcola mit meinem Lunchpaket, kaufe ich mir noch etwas Instantfood für abends und einen Joghurt für Frühstück. Ein junger Japaner,  der offensichtlich zu sehr der deftigen Küche zugetan ist, empfiehlt mir in höchsten Tönen ein Curry. Warum nicht denke ich mir und kaufe es. Mein Abendessen, nicht schlecht.

Am großen Schrein von Hingucker Taisha habe ich dann auch schon den Kohechi Teil des Weges erfolgreich abgeschlossen. 70km sind geschafft, alle Stempel im Heft. Den finalen Weg über einen Bergkamm nach Yunomine Onsen gehe ich mir für morgen auf und nehme kurz vor fünf den übervollen Bus.

Das Hostel J-Hoppers ist wirklich sehr gut und übertrifft meine Erwartungen. Vor allem hat es ein Outdoor Onsen, der der Knüller ist. Es gibt Gratis Reis am Abend und morgens Onsen Porridge -Reisschleim aufgkocht mit Thermalquellwasser, welches deutlich schweflig riecht. Schmeckt trotzdem nach nichts und ich esse lieber Müsli zum Joghurt, was es hier in Beutel abgepackt gibt.

Tag 3: Miura-guchi – Totsukawa Onsen

Es gab ein wunderbares Frühstück im Minshuku Yamamoto, eines der besten, die ich hier in Japan bisher hatte, mit vielen verschiedenen frischen Sachen. Auch die Getränke Preise für gestern Abend sind sehr zivil. Dann werden wir Gäste sogar noch ein Stück im Auto über die provisorische Straße im Flussbett mitgenommen zurück zum Startpunkt des Kumano Kodo Trail. Auch eine Bento Box für unterwegs gab es.

Dann geht es stetig bergauf. Es ist noch kühl und schon wenige Minuten nach Neun Uhr bin ich oben am Pass auf über 1000m Höhe angekommen. Ich trage Sonnenschutz auf, denn vereinzelt geht es durch die Sonne und esse eine Reisrolle aus meinem Lunchpaket. Jetzt geht es permanent wieder bergab. Der Weg durch den Wald ist deutlich schöner als gestern, hier scheint man sich meistens Gedanken beim Holzeinschlag gemacht zu haben und jeweils ein paar Bäume stehen gelassen: Resultat, deutlich mehr Diversität und deutlich weniger abrutschende Berghänge.

Unten am Fluss angekommen, geht es für zehn Kilometer entlang der Straße bis zum Zielort Tatsukawa mit seinen vielen Onsen. Es ist mittlerweile sehr warm, 25 Grad im Schatten, aber davon gibt es auf der Straße wenig. Erstmal eine Pause beim Rest meines Kaffees und der Bentobox. Ich ziehe mein langärmeliges Hemd über, als Sonnenschutz und Tage erneut Sunblocker 50+ in Gesicht auf, da ich trotz Hut und fast nur Schatten in Wald den Eindruck habe bereits zuviel Sonne abbekommen zu haben.

Ich komme vor drei Uhr an meinen Ryokan Tanakaban mit Onsen an und nach einer Pause mit grünem Tee genieße ich das heiße schweflige Wasser der Thermalquelle. Ansonsten bisheriger Eindruck: aufgrund des 70% igen Golden Week Zuschlags völlig überteuert. 

Tag2: Omata – Miura-guchi

Der Abend zuvor endete noch lustig: es gab Brühe-Fondue mit Wildschwein, viel Unterhaltung mit Japanern aus Tokyo, die Englisch sprachen, ein musikalischer Auftritt eines Nachwuchstrommlers und dann auch noch Sake, denn man ist hier durchaus gesellig. Ein bisschen war ich die Attraktion des Abends, ich weiß nicht genau, warum die 85 jährige Frau hier vom Minshuku einen Narren an mir gefressen hatte, und auch einer der Japaner ließ sich sogar zu einem „I love you“ hinreißen, nachdem ich erzählt hatte, zuvor die 88 Tempel von Shikoku gewandert zu sein. Zum Thema, dass man dafür dich sehr lange bräuchte, gab es einen interessanten Informationssaustausch zu Urlaub, Work Life Balance, Prioritätensetzung in Bezug auf Karriere, Einsatz und Eintreten für Eigeninteressen.

Auch das Frühstück war sehr lecker und es gab dazu das zuvor georderte Lunchpaket, denn hier gibt es keine Convenience Stores or ähnliches um sich Verpflegung zu besorgen.

Aufgrund einer teilweisen Zerstörung des Weges gibt es eine Umleitung. Wenn man es genau nimmt, wird man aber nicht um den Gipfel herum geleitet, sondern schnurstracks darüber hinweg. Man kann dadurch auch im Zeitraffer die durch Wanderer entstehende Erosion sehen. So schön die Wege durch den Wald auch scheinen, hier, wie auch in Shikoku, größtenteils handelt es sich um Nutzwald, Monokulturen von Zedern, selten sind Bäume älter als maximal 100 Jahre. Es gab ein zwei historische Orte unterwegs, wo ebenfalls stur die Bäume gepflanzt wurden – eine effektive Methode den Ort und seine Atmosphäre zu zerstören. Wir problematisch gerade diese reinen Nadelholzpflanzungen mit durchweg gleichem Alter sind, kann man an vielen abrutschenden Hängen sehen. Es fehlt an puffernder Bodenbedeckung durch Pflanzen und bei Regen hält dann auch der aufgebrachte Beton nicht immer stand, ganze Bergflanken hat man hier mit Zement versiegelt, damit das Wasser außerhalb abläuft. Es lässt sich nur erahnen, wie vor 1000 Jahren das Pilgern unter Jahrhunderte alten Bäumen gewesen sein muss.

Ich komme noch bei Sonnenschein am Minshuku Yamamoto an. Eine Dusche und die Waschmaschine gestartet und schon fängt ein schweres Gewitter an, welches mehr als zwei Stunden mit heftigen Regen andauert. Zum Glück bin ich nicht mehr auf dem Berg, und auch der steile Abstieg wäre bei dem Wetter lebensgefährlich. Ich kontrolliere nochmals den Wetterbericht, der kennt nur Sonne für die Region, aber das Satelliten Bild zeigt eine Gewitter Zelle genau über uns.

Das Essen hier ist wirklich außergewöhnlich gut und die Betreiber sind super nett.

 

Tag1: Koyasan – Omata

Mit der neuen Pilgerroute beginnt auch eine neue Zeitrechnung. Um 7:15 habe ich im Muryokoin Tempel ausgecheckt und mache mich auf den Weg. Es ist noch kühl, aber trocken, der Regen hat wie vorhergesagt aufgehört. Direkt aus dem Ort geht es steil bergan, dann leicht bergan um dann sehr steil bergab und ebenso so steil bergauf zu gehen. Stellenweise ist der Weg in Wald ziemlich schlammig, aber nirgends so rutschig, dass meine Wanderstöcke unverzichtbar waren. An vielen Stellen ist der Weg asphaltiert oder folgt einer Straße, auf einer Sektion brettert ein konstanter Strom von Motorrädern vorbei, viele mit Campingausrüstung. Es ist Golden Week, es gibt einen neuen Kaiser und eine neue Zeitrechnung. Unterwegs sammle ich in meinem Credencial Stempel. Mal sehen, ob ich später auch ein bisserl nach Santiago der Compostela pilgere, damit ich mich „Peregrino Dual“ nennen darf…

Und Bären soll es hier auch geben. Einige Wanderer tragen bimmelnde Glöckchen, um die zu vertreiben. Ich muss dabei an eine Yukon Reportage denken, man nannte diese Glöckchen als Signal für Grizzlys, dass das Essen angerichtet sei…

Die Straße zum Minshuku scheint gesperrt, aber bei einem Schild daneben scheint es sich laut Translator um eine Werbetafel zu handeln. Wir sich später herausstellte war die Straße tatsächlich gesperrt, weil es Erdrutsche gab und die Straße an einer Stelle faktisch fort ist. Es gibt noch einen schmalen Sims aus Beton, und da trocken ist, riskiere ich, darüber zu laufen. Bei Regen hätte ich zuviel Respekt davor, dass der unterspülte Rest auch noch abrutschen würde.

Meine Vorsicht mit den Zeitangaben der Karte war nicht angebracht, auch ohne mich zu beeilen und mit einer Pause zwischendurch bin ich bereits vor Ein Uhr am Minshuku Kawarabiso, also viel zu früh. Ich kann jedenfalls nochmals Pause machen und später laufe ich zu einem Onsen in 1,3km Entfernung bei einem Hotel Nosegawa. Bin zwar nicht vollständig motiviert am frühen Nachmittag in einem Thermalbad zu liegen, wo draußen wunderbares Wetter ist und dafür zu zahlen, aber es soll für mich als Gast dort Discount geben, nur 400¥ Am Empfang stellt sich dann aber heraus, dass ein Handtuch 300¥ extra kostet. 700¥ ist mir dann doch zu teuer und ich gehe wieder und noch ein bisschen die Straße entlang, über eine wacklige Brücke an einem kleinen Campingplatz vorbei und dann wieder zurück. Jetzt ist Zeit für eine heiße Dusche, die umsonst ist und dann mache ich Pause, bis es um Sechs Ihr Abendessen gibt. Es gibt WiFi, aber mobile Daten waren bisher nicht verfügbar, es gibt nur ein Netz von der SoftBank und da scheint meine SIM Karte gesperrt zu sein.

Koyasan

Um 05:30 geht der Wecker. Aber nicht meiner, sondern gleich zwei meiner Zimmernachbarn… Ich wollte erst in einer Viertelstunde aufstehen, aber geschenkt, denn beide Wecker bimmeln über zehn Minuten lang…

Um Sechs Uhr beginnt die Morgenzeremonie. Diese ist sehr schön, mit Feuerzeremonie, dauert aber mehr als neunzig Minuten. Frühstück gibt es erst anschließend, also nach Acht Uhr. Die Portion vegetarisches Essen lässt mich beinahe hungrig zurück. Dafür schließt sich im Anschluss ans Frühstück eine sehr interessante Unterhaltung mit einer Australierin an, die in zwei Tagen nach Deutschland nach Hamburg auswandert. Sehr inspirierend und zugleich hochpolitisch. Ich hoffe es ergibt sich Gelegenheit zur Fortsetzung.

Ich stellte jedenfalls fest, dass ich morgen erst gegen neun Uhr los wandern könnte, und das ist mir zu spät, da ich nicht einschätzen kann, wie die 6-8h Wegzeit bemessen sind. 700m rauf und 850 runter bei insgesamt 17km… Doch wie rutschig ist der Weg durch den Dauerregen? Es geht immerhin über 1100m Höhe und zu spät noch unterwegs sein zu müssen ist aus mehrfacher Hinsicht problematisch. Daher beschließe ich für morgen, Zeremonie und ohnehin nicht für eine Wanderung ausreichendes Frühstück ausfallen zu lassen, um bereits um 7 Ihr auschecken zu können.

Am heutigen Tag hat es mehr oder weniger starken Dauerregen gegeben. Das volle Besichtigungsprogramm per Discount Ticket war angesagt. Tokugawa Mausoleen, Museum, Haupttempel… Und eine Jukai Zeremonie. Die verlief zwar etwas anders aus vorher angekündigt, da zuviele Leute daran teilnahmen (zum Glück), aber im Endeffekt wurden mir jetzt die zehn buddhistischen Gebote überreicht. Im Info-Zettel lesen sich diese etwas anders, als in meinem Route Guide, das muss ich später vergleichen. Ich empfinde es allerdings als grenzwertig, wenn solch eine, an sich wichtige, Zeremonie in ein Besichtigungspaket gepackt wird.

Als ich nur Minuten später nach Verlassen des Tempels auf einem Fußgängerüberweg um Haaresbreite auf der Kühlerhaube einer ignoranten Autofahrerin sitze, ist es mit der schönen Selbstkontrolle und den Geboten bereits wieder vorbei, immerhin ist meine (kurze) Beschimpfung ziemlich harmlos, da mich mein zweiter Pilgerhut offensichtlich erfolgreich behütet hat.

Zum Glück habe ich es nachmittags noch geschafft, mir für morgen früh Sushi zu kaufen, es gibt hier in Koyasan fast überall nur Süßigkeiten zu kaufen, und der Rest ist offensichtlich heiß begehrt bei Leuten, die kein Tempeldinner gebucht haben. Verglichen mit Shikoku ist das Preis Leistungsverhältnis hier auch deutlich schlechter, es gibt deutlich weniger für deutlich mehr…

Am Nachmittag habe ich noch den Okunoin besucht und es auch geschafft, einen „Abschluss“ Stempel für mein Nokyocho zu bekommen. Und festgestellt, wie viele Leute das Fotografieverbot dort an Mausoleum scheinheilig ignorieren…

Morgen startet Phase Zwei, das Pilgern auf dem Kumano Kodo…

Ich erfahre auch, wo ich noch einen passenden Stempel für mein Nokyocho erhalten kann. Zur Laternenhalle bei Tageslicht will ich so oder so.

Tokushima – Koyasan

Morgens geht es früh los, um 07:20 soll der Bus der Linie 4 zur Fahrstation fahren, also mache ich um 06:45 zu Fuß auf den Weg. Klappt soweit alles, um 08:00 legt die Fähre nach Wakayama ab, ich esse das Supermarkt Sushi zum Frühstück, zusammen mit Kaffee aus der Thermoskanne. Das Wetter ist schlecht, so wird die Überfahrt zeitweise zu einer ziemlich schwankenden Angelegenheit. Aber es beruhigt sich wieder. Es schließt sich eine Zugfahrt mit drei Mal Umsteigen an, mir wird erst später ist, dass der Zug zuerst nach Osaka (Namba) führt und von dort aus nach Koyasan. Ab Tengachaya wird der ausländische Touristen Anteil zusehends höher. Der letzte Zug quält sich immerhin bis auf 530m hoch, bis dann die letzte Strecke am Kabel hochführt. Nicht daran denken, wie es wäre, wenn das Stahlseil reißen sollte, es sind keine Widerhaken wie bei einer Zahnradbahn erkennbar…

Nichts passiert, alles gut, auf über 800m Höhe prima angekommen. Es gibt Busse. Ich dachte die Station wäre nahe an Ort, checke kurz die Navi-App, sie meint über 3h zu Fuß, Huch! Dann doch schnell in den Bus, bevor er weg ist. Die Fahrt dauert nicht so lang, also checke ich später Mal per Google Maps, da wären es nur vierzig Minuten zu Fuß entlang der Straße gewesen…

Ich komme nach über sechs Stunden Anreise am Muryokoin Tempel/Kloster an, wo ich die nächsten zwei Tage übernachten werde. Ich kann etwas früher Einchecken, Abendessen gibt es bereits um fünf Uhr, damit man noch noch Zeit hat im Laternenlicht Uhr den Okunoin zu besuchen. Das mache ich dann auch später, aber vorher auch noch Mal eine schnelle Tour durch den Ort. Das Wetter besteht aus feinem, aber konstantem Nieselregen. Jetzt zum Nachmittag scheinen sehr viele Tagesausflügler abzureisen, nachdem die Autokolonnen und Busse endlich fort sind, leert es sich zusehends und der Ort bekommt etwas geradezu magisches. Hier steht Tempel oder Kloster direkt neben dem nächsten. Zum Teil sind diese recht groß geraten, aber ich bin hier ja auch auf dem heiligen Berg, dem Zentrum des Shingon Buddhismus Japans. In meinen Tempel gibt es etliche Mönche und Novizen – ganz anders als auf Shikoku. Und im Dunkeln bei Laternenlicht und Nieselregen über den Okunoin zum Mausoleum von Kobo Daishi zu gehen hat zum Teil etwas geradezu unwirkliches. Die Halle der Laternen ist geschlossen, aber einige beleuchten auch einen Rundgang unter den Vordach und i mich freut, ein paar Räucherstäbchen entzünden zu können. Vom letzten Teil des Weges gibt es aber keine Bilder, denn ich respektiere den Wunsch dort keine Aufnahmen zu machen. Definitiv ein Highlight!

Danach noch ein heißes Bad, denn das schließt hier um Neun und bleibt morgens geschlossen und ich bin danach so müde, dass ich nicht mehr bloggen konnte…

Takamatsu – Tokushima

Morgens stand erstmal an, den Rucksack wieder zu packen. Einerseits habe ich die Reise auf den Spuren von Kobo Daushi beendet, andererseits war ich noch nicht in Koyasan. Und andere sind der Meinung, man müsse zu Tempel#1 zurückkehren um die Runde komplett zu machen…

Ich kehre zwar nach Tokushima zurück, aber nicht zu Fuß, sondern mit dem Bus, denn der war billiger als der Zug. Der langsamere und billigere Zug wär erst wieder Mittags gefahren, als ich nach einem Besuch des Takamatsu Schlossparks beim Check mit der Japan Travel App feststellen musste. Aufgrund der Support Golden Werk gilt jetzt vorerst der Feiertags Fahrplan, und der ist reduziert…

Nach dem Kauf der Fahrkarte sitze ich auf einer Bank und warte auf den Bus, als mir eine Frau eine Tüte als Ossetai gibt. Darin finden sich etwas zu essen und 1000¥. Das ist zwar sehr nett, und ich versuchte das Geld nicht anzunehmen, aber da gibt es nichts zu diskutieren ohne beleidigend zu werden. Ich dir mich ein wenig schuldig, den ich habe die Tour ja schon fast beendet und nur noch den Hut und vor allem finanzielle Unterstützung nicht nötig, aber trotzdem: Arigato gozaimas!

Um halb eins komme ich in Tokushima an und gehe zu meinem gebuchten Cosmo Guesthouse. Ich frage mich, warum dies ausgewählt habe, da ich morgen früh ab Tokushima den Bus zum Fährterminal nehmen muss, um nicht fünf Kilometer zu laufen… Aber es war nicht mehr zu ändern, aufgrund der Golden Week war alles komplett ausgebucht.

Ich rufe über Skype eine Mobilnummer an, das Gasthaus bei meiner Ankunft geschlossen ist. Ich wollte noch etwas herumgehen, aber wenn möglich ohne den schweren Rucksack. Ich muss nur zwanzig Minuten warten, genug um mein Ossetai zu essen, dann kann ich einchecken und mich auf den Weg machen. Von den Tokushima Castle Ruins gibt es wirklich nur noch die hochgelegene Plattform. Ich gehe weiter, denn ich habe die Idee, hier ins Kino zu gehen, welches nicht weit von der Fährstation entfernt ist. Ich gehe dann bis zur Fähre und kaufe mir für morgen früh ein Kombiticket, welches mich für 2000¥ bis nach Koyasan bringt. Nur Fähre würde auch 2000¥ kosten, also ein prima Angebot. Das Kino befindet sich in einer riesigen Shopping Mall. Ich kaufe mir dort noch etwas für might zum Frühstück und schaue mir dann Avengers Endgame in der  Original Version mit japanischen Untertitel an, ein Dreistunden Film. Hatte zuvor eine Online Kritik gelesen, fand ihn aber gar nicht so wirr wie bemängelt. Ein filmisches Netzwerk hatte ich ohnehin nicht erwartet. Er war unterhaltsam und bitte allem das Wetter ist gerade seit der Fährstation Dauerregen… Bin eine knappe Stunde im Regen zurückgelaufen und klitschnass in Gasthaus angekommen. Die gute Frau hier hatte Angst um ihren Fußboden wegen der Nässe…

Immerhin habe ich doch ein paar Stunden Bewegung bekommen können-ich will ja nicht einrosten…

Tag40: Takamatsu

Endspurt-nur noch zwei Tempel sind übrig und die Bahn wird mich bis fast vor die Pforte von Tempel#87 bringen. Die restlichen 13km werden nach einem genaueren Ansehen der Karte gestern auch nicht so schwierig sein, der Tempel liegt keineswegs auf über 100m Höhe, sondern die 1095 im Höhenprofil des Route Guides beziehen sich auf die Gesamt Kilometerzahl.

Es soll über einen 700m Pass gehen und dann wieder einige Hundert Meter herunter. Aber wie sich noch herausstellen wird, führt die Variante mit den alten historischen Wegsteinen über einen deutlich niedrigeren Pass und ist durchgängig asphaltiert, allerdings 3km länger, so dass ich meine Wanderstöcke ohne Einsatz mit mir herum geschleppt haben werde… Tempel#87

Es bewölkt sich mehr und es kühlt merklich ab. Die Vorhersage gab ein Maximum von 17°für den Tag an, deshalb habe ich meinen Pulli mit eingesteckt, falls ich oben an Tempel#88 auf den Bus für den Rückweg warten muss.Es werden aber deutlich weniger als 17 ° . Solange ich bergan laufe, ist mir nicht kalt, nur Nase und Hände werden eisig. Nach dem finalen Tempel#88 werden trotz angezogenem Pulli meine Hände nicht wieder warm-es scheint als wäre mein Körper in Energiesparmodus und weigert sich ausreichend Körperwärme zu produzieren. Vielleicht habe ich zu wenig gegessen?

Im Museum und Henrosalon, knapp 10km vor T88 hieß man mich zuvor herzlich willkommen und stellte mir bereits eine Urkunde aus, obwohl ja noch zehn Kilometer und ein Tempel fehlten. Aber die habe ich ja locker geschafft, da mir ein Mann den Rat gab, den Weg mit den historischen Wegmarkern zu nehmen. Ich weiß jetzt nicht, ob mich dadurch um eine Bergetappe betrogen habe, oder ob sie mir erspart blieb. Für das Warten auf den Bus vor T88 erhielt ich noch eine heiße Tasse (gezuckerten) Ingwertee als Ossetai. Der Bus sollte 500¥ kosten, aber leider hatte ich aufgrund der Stempel und einer Pluscola unterwegs nur noch 340 und ansonsten nur einen 5000er. Darauf konnte der Fahrer nicht herausgeben, so dass ich eine Station weiter fahren musste als geplant, was sich als gut heraus stellte, da diese näher am Bahnhof lag und ich dort auch nochmals den Iren traf. Bilanz des Tages: 22km gelaufen, 88 Tempel Pilgertour abgeschlossen, 998km Gehen auf der (GPS-)Uhr.

Tag39: Takamatsu

Vom Hotel geht es zur Station Imabashi und von dort mit Zug ein paar Stationen in Richtung Tempel#84. Praktisch hier in Takamatsu ist, dass ich meine Kittycard (Icoca) für die Bahnfahrt benutzen kann. Ist viel einfacher dadurch. Ein paar Kilometer geht es von der Haltestelle entlang einer Straße und dann befestigten Weges aufwärts, bis ich auf dem Yashima Plateau angekommen bin und dort Tempel#84 besichtige und anschließend die Aussicht genieße und mich mit einem Paar aus Lübeck unterhalte.

Dann geht es extrem steil bergab, zum Glück habe ich meine Stöcke dabei, ohne war viel zu gefährlich. Etwa 5 km geht es durch Ortschaften, dann wieder bergan zu Tempel#85. Unterwegs Wiedersehen mit bekannten Gesichtern und immer wieder Gebäude,, die zerfallen mitsamt komplettem Hausrat, als wären die vorherigen Bewohner nur kurz zum Einkaufen gegangen und dann wäre der spontane Totalzerfall eingetreten. Und dieser herrliche Duft von Jasminblüten ab und an…

Sieben Kilometer bis Tempel#86, auf einer Straße geht es gemächlich bergab, ich komme ins Gespräch mit einem Irischen Möbelbauer aus Malaysia. Ein sympathischer Mensch, und ich war zuvor der festen Überzeugung, meine Einschätzung als unangenehmer Zeitgenosse, aufgrund seines Aussehens und mehr noch seines Auftretens, wäre korrekt. Merke: gelernte Muster können nicht anwendbar sein…

Am Wegesrand finden sich hier einige Exemplare von japanischen Knöterich, der bei uns eine regelrechte Plage darstellt. Durch das Injizieren von etwas Glyphosat in jeden einzelnen Stengel im zweiten Segment, wäre er der Plage daheim Herr geworden. Das Herbizid wandere dann in die Wurzeln und die Pflanze stirbt ab.

Tempel#86 befindet sich in einem recht verwilderten Garten und zusammen mit zerfallenden Gebäuden und Gegenständen bekommt der Ort eine besondere Atmosphäre.

Anschließend nehme ich den Limited Express zurück nach Takamatsu. Für den doppelten Preis gewinne ich eine halbe Stunde, um mir ebenfalls den Ritsurin Park anzuschauen. Ein paar Kilometer mehr dürfen es heute noch werden….

Der Park ist wirklich sehr sehenswert und das Wetter spielt perfekt mit.

Tag38: Takamatsu

Der Tag des Vergessens. Nicht dass ich den Tag vergessen möchte, aber heute war ich vergesslich, oder aber zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Nach dem Frühstück im Hotel ging es mit der Bahn nach Kokubu. Nach dem Aussteigen, ich beginne die Treppen über die Gleise zu steigen, habe ich das Gefühl, etwas sei anders. Ja, etwas IST anders: mein Pilgerhut, mein Sugegasa liegt noch im Zug! Schön oben auf die Hutablage gelegt, aus dem Auge, aus dem Sinn. Ich drehe mich um, um zurück zu laufen und ihn zu holen, doch zu spät, die Türen sind geschlossen, der Zug fährt los. Ich bin traurig, es war ein schöner Pilgerhut. Ich hoffe, dass er zukünftig jemand anderes gut behütet!

Nach kurzem Fußmarsch komme ich zum Tempel#80 Kokubunji, wäre beinahe daran vorbei gelaufen, weil wir vor mir ein anderer Pilger geradeaus lief. Wenn ich das Schild an der Tempelglocke richtig interpretiere, kostet einmal läuten 100¥ – da passe ich.

Im Tempelshop gibt es Pilgerhüte, mit und ohne Schriftzeichen. Die Befestigung des inneren Ringes ist etwas einfacher in Draht ausgeführt, aber Ok. So ein tolles Komfort Kinnband wie ich zuvor hatte, gibt es nicht, nur eine einfachere Variante. Ich überlege, ob es sich lohnt, für die letzten drei Tage dieses Shikoku Pilgerweges noch einen solchen Hut zu kaufen, aber ich brauche einen Hut bei der vielen Sonne und es droht zu regnen, auch dagegen ist solch ein Kegelhut sehr praktisch. Beim ersten Aufsetzen stellte ich fest, dass mit der Hut in den Schädel sticht – mit einer Dornenkrone wollte ich an sich nicht herum laufen, aber für einen Wechsel zu einem anderen Exemplar ist es zu spät, da ich schlauer Weise gerade meinen Namen hinein geschrieben habe… Zum Abfeilen der Dornen fehlt mir das Werkzeug, ich wickle provisorisch das originale Kinnband um die kritischten Stellen. Damit geht es immerhin bis zum Abend. Ich marschiere los und bin auch schon aus dem Tempel in Richtung Aufstieg, als ich wieder da Gefühl habe, etwas sei anders. Richtig, meine Wanderstöcke stehen noch am Shop. Was nur werde ich heute noch vergessen? Oder habe ich bereits vergessen?

Immerhin, der Tempel fährt nicht weg, ich kann zurück gehen und meine Stöcke einsammeln. Dann geht es bergauf in Richtung Tempel#81.

Ziemlich störend ist dabei, dass permanent ein Hubschrauber über der Bergflanke kreist ohne Pause zu machen. Dort oben gibt es wohl auch ein Militärgebiet, solange ich nicht beschossen werde…

Bei Tempel#81 gibt es wieder mal so viele verschiedene Gebäude, dass ich den Überblick verliere. Was ich für den Haupttempel hielt war dann eher ein Hasentempel, und es gibt noch viele andere Tiermotive. Ich finde – natürlich ganz oben – die beiden relevanten Gebäude und kann dort meine Kerzen und Räucherstäbchen entzünden. Obwohl ich mir nicht sicher bin, was auf einem Schild steht, welcheshe eine durchgekreuzte Kerze zeigt… Ja wenn ich Japanisch könnte…

Im Tempelshop hier gibt es die Komfortbänder, aber ich beschließe, es zuerst noch weiter mit dem bereits gekauften Band zu versuchen. Über einen historischen Pfad geht es zu Tempel#82. Ein sehr schöner Tempel, fast wie eine Burg und der Haupttempel mit Rundgang mit Laternen und vielen kleinen Statuen, hat mich ein wenig an einen Tempel in Vientane, Laos erinnert.

Dann folgt ein längerer Abstieg und etliche Kilometer Urban Walking,immer schön Ausschau haltend, nach großen und kleinen Aufklebern und Steinen, die den Weg weisen nach Tempel#83

Zum Schluss geht es dann mit einer anderen Bahnlinie ab Ichinomiya zurück, erst Einkaufen, dann zum Hotel. 30km heute. Zum Abschluss raspele ich mit dem Nagelknipser die Dornenkrone soweit es geht ab und umwickle den Huteinsatz neu. So wird es gehen.

Tag37: Zentsueji – Takamatsu

Nicht weit entfernt vom Hotel liegt Tempel#75 Zentsuji. Eine riesige Anlage, der Geburtsort von Kukai, Kobo Daishi. Dort gibt es auch einen unbeleuchteten Tunnel unterhalb, wo man mit sich allein in der Dunkelheit Kontakt zu ihm aufnehmen können soll. Es gibt einen riesigen Kampferbaum, sehr schön und eine sehr große Buddha Figur im Haupttempel. Mir sind die Räucherstäbchen ausgegangen, ich muss nachkaufen. Auch meine selbstgedruckten Osamefuda sind so gut wie verbraucht, was mich erstaunt, den ich sollte 200 mitgenommen haben, an sich genug für 88*2…

Weiter geht es zu Tempel#74

Es folgt Tempel#72

Tempel#73 liegt nicht weit entfernt, einen kleinen Hügel hinauf.

Nach Tempel#71 ist es weiter und vor allem wir hinauf. Nicht so einfach bei dem sehr schwülen Wetter heute, 25 Grad und Fast 100% Luftfeuchte, ich schwitze unheimlich und fange an zu stinken. Zum Schluss jede Menge Treppenstufen. Und die sind bei Nässe sehr gefährlich, wir ich beim Absteigen vom Haupttempel zum Daishi Tempel feststelle: kaum den Fuß auf die schräge Stufe gesetzt, mache ich auch schon den Abflug. Dem Rucksack sei Dank, dass nichts passiert, weil ich hauptsächlich auf ihm lande. anschließend bin ich noch vorsichtiger und habe die Hand am Geländer.

Ich will den Weg nach Kaiganji einschlagen, ein vermeintlicher Shortcut. Doch es geht erst einmal wieder hoch und der Weg ist rutschig vom gestrigen Regen, aber schlimmer noch, der Weg nach unten ist derart ausgewaschen, dass es schon fast Canyoning ist. Ohne meine beiden Wanderstöcke weiß ich nicht, ob es zu schaffen gewesen wäre. Und es dauert lange, lebendig und unversehrt abzusteigen, so dass ich fürchte meine Zeitplanung zu versemmeln, in dem ich den Zug verpasse.

Zurück auf trockener Straße befrage ich die Japan Travelapp: noch 2,3km, 26 min Fußmarsch, es wird nur der nächste Zug angezeigt. Ein Blick auf die Uhr, es sind noch 27min bis zur nächsten Abfahrt um 13:45, ich gebe Gas. Power Walking ist angesagt und ich schaffe tatsächlich den Zug.

Nach T79 sollen es etwa 6km immer geradeaus sein, ich schaffe es vor fünf, allerdings laufe ich am Tempel vorbei, bzw. hindurch. Ich gehe dir extra eine Einfahrt hinein, und schaue mich um, aber nichts zu sehen, was auf T79 hindeutet. Also weiter, in MapsMe ist T79 nicht aufgeführt. Ich versuche Google Maps: der T#79 Tennoiji liegt hinter mir. Ich drehe um, gehe erneut in die Einfahrt und frage jemand der sein Auto wäscht. Er zeigt auf zwei Gebäude und später stempelt er auch mein Nokyocho.

Stealth tempel

Zum Schluss geht es mit den Zug nach Takamatsu und dann über einen Supermarkt und Hotel. Man will mir nur ein Raucherzimmer geben, wie ich merke nachdem ich zur Rezeption zurück kehre, weil das erste fürchterlich nach Rauch stinkt. Auf meiner Reservierung steht auch nur Standardzimmer, also kann ich auch nicht verlangen, dass es unbedingt ein Nichtraucher zur sein soll. Es fängt ja jetzt die Goldene Woche an, da konnte man ein Nichtraucher Zimmer teurer verkaufen…

Ich wasche noch Wäsche, damit der Gestank verschwindet und esse mein Supermarkt Gericht.

Tag36: Kanonji – Zentsueji

Morgens ging es als allererstes noch einmal kurz ins heiße Onsen. Vom Hotel zuerst nach Tempel#67 – 4km in die entgegengesetzte Richtung. Es ist stark bewölkt, aber noch trocken und relativ warm. Bei Tempel 67 fängt es an zu regnen und es scheint sich einzuregnen.

Aber wie das so ist, kaum zieht man die Regenjacke an, hört es auf. Dazu klart es etwas auf und es wird schwül warm. So ziehe ich nicht nur die Regenjacke aus, sondern auch die Hosenbeine. Nur wenige hundert Meter geht es am Hotel vorbei, später, kurz vor Tempel 68 und Tempel 69, die sich direkt nebeneinander befunden, werde ich von einem Pilger auf die andere Straßenseite zu sich gerufen. Er überreicht mit einen Keks und sein goldenes Osamefuda als Ossetai Golden bedeutet, dass er bereits mehr als 100 Mal auf der Shikoku Pilgerreise war. Ich überreiche ihm auch eines meiner weißen Namensschilder.

Aus seinen Auto zückt er nach Beantwortung der Frage nach meiner Nationalität seinen Gästebuchordner für Deutschland – ich scheine Eintrag Nummer 83 zu werden – und zeigt mir Bilder und Einträge. Direkt auf der ersten Seite findet sich ein Eintrag mit dem Betreiber der Seite japanpilger.de , den ich zwar noch nicht persönlich kennengelernt habe, aber aufgrund von Bildern von der Website sofort erkenne. So klein erscheint die Welt Dank Internet. Wir machen ein gemeinsames Foto.

Kurz zuvor in einem Supermarkt, ich kaufte Apfel, Möhren und Gemüsesaft erhielt ich nach der Kasse bereits ein Ossetai: Pizzabrot.

Bei 68/69 gehe ich nach Besuch von Tempel 68 zum Stempelbüro, nur um beim Bezahlen festzustellen, dass ich direkt zwei Kaligrafien für beide Tempel erhalten habe. Ich hinterlasse dann im Anschluss meine Osamefuda bei T69 und entzünde Ketten und Räucherstäbchen. Dass die Gebäude wirklich nur zehn Meter voneinander entfernt sind, kann ich ja nicht ahnen.

Dann geht es weiter nach T70 Motoyama.

Und dann folgt ein Sprung per Bahn, da meine Unterkunft bei Zentsueji, T75 liegt, es aber zeitlich nicht möglich ist, die Strecke heute noch zu schaffen und dabei die Trempel zu besichtigen. Ab nach Tempel 77.

Kurz hinter dem Tempel höre ich Rufe, „Ohenro San, Ohenro San!“

Ich drehe mich um und ein alter Mann kommt auf mich zugelaufen und überreicht mir eine kleine Figur als Ossetai, Sehr schön, und sie trägt einen Zettel im Innern (was ich aber noch nicht versucht zu lesen) Vielen Dank, Arigato gozaimasu!

Kurz vor T76 gibt es einen wunderbaren Schrein mit riesigen alten Bäumen, ein magischer Ort, der zum Verweilen einlädt, aber ein tiefes Gewittergrollen kommt immer näher. Tagesfinal T76, dort treffe ich wieder auf ein paar bekannte Gesichter. Und dann fängt es auch schon an zu regnen und begleitet mich mit Blitz und Donner, aber erstaunlich wenigen Tropfen bis ins Hotel. Dann folgt der große Regen. Ich bin hier gut behütet.

Tag35: Saijo – Kanonji

06:47 geht es mit dem Local Train nach Iyo-Mishima. Im Zug spricht mich ein Japaner an und fragt auch nach meinem Alter. Später als er aussteigt, bedankt er sich sogar bei mir für das Gespräch.

Gestern im Supermarkt fragte mich auch ein Herr, wo ich denn herkommen würde. Ah Deutschland-West oder Ostdeutschland? Scheinbar war ihm entgangen, dass es vor mehr als 25 Jahren eine Wiedervereinigung gab…

Direkt vor dem Bahnhof geht es in den Bus. Verwirrung beim Einsteigen, der Fahrer spricht kein Japanisch, ja der Bus fährt zum Sankakuji, Tempel#65, also was ist das Problem? 420? Achso, ich soll bereits zu Beginn der Fahrt zahlen, das ist überraschend, aber okay, die App hat auch keinen anderen Preis genannt. Der Bus bringt mich zur gewünschten Haltestelle, von hier aus sind es noch 2,5km bis zum Tempel, immer steil den Berg hinauf. Und am Ende warten dann noch ein paar Stufen. Kurz vor Neun bin ich da.

Danach geht es wieder runter, um dann in Laufe der Kilometer auf fast 1000m anzusteigen. Etwa 100 Höhenmeter gönne ich mir unabsichtlich, weil ich der Meinung bin, das wäre der richtige Weg. Da war ich auf dem Holzweg und als ich sicherheitshalber den Navigationsmodus aktiviere, wird mir klar, dass es erst in ein paar Kilometern nach oben geht. Also wieder runter. Kein Problem, ein zwischenzeitlich verzehrtes Reisdreieck liefert noch Energie. Ich entscheide mich für den Mando Trail statt einer Variante mit Tunnel. Aus der Karte ist nicht ersichtlich, welche Variante zu welcher Distanz zwischen den Tempeln führt. Es geht supersteil den Berg hoch, dann tauchen Wegweiser auf. Im Guide stand etwas von 19km, laut Wegweiser sind es 23… Also nicht den kürzesten erwischt…

Zum Glück zieht sich der Himmel zu und es kühlt etwas ab, denn auch so ist die Wanderung eine schweißtreibende Angelegenheit und mir geht langsam die Flüssigkeit aus. Bei angezeigten verbleibenden 8.9km bis Unpenji-Tempel#66 blicke ich auf die Uhr: es ist bereits Eins. Könnte knapp werden, den Tempel anzuschauen und die letzte Seilbahn nach unten bekommen, wenn es noch 3,5h Fußmarsch sind. Ich bemühe mich schneller zu werden und sorge mit einem weiteren Reisdreieck für die nötige Energie. Ab 2,5km vor den Ziel fangen Motivationsschilder an „You can do it“

Yes I can, aber danach geht es noch weiter für mich. Tempel 66 erreiche ich früher als gedacht um halb Vier. Dort ist alles Recht neu und die Beschilderung gibt Rätsel auf, welches die richtigen Tempelgebäude sind. Es ist wie ausgestorben. Ich drehe Extrarunden, aber letztendlich habe ich eine weitere Kalligraphie in meinem Nokyocho.

Mit der Seilbahn geht es nach Vorzeigen meines Passes für den halben Preis (600¥) nach unten, es fängt an zu regnen. Unten ist deutlich wärmer, sich ein warmer Frühlingsregen ist doch schön. Ich habe die Schutzfolie auf den Hut und den Rucksack getan und bei 24°kann ich mir die Regenjacke sparen-das T-Shirt war vorher bereits schweißnass, also kann es jetzt auch nass von Regen werden. Es sind noch zwei Stunden zu gehen, von der Seilbahnstation bis zum Onsenhotel  Kanponoyado konsenji, gegen 18:15 komme ich triefnass dort an.

Und nach 37km Fußmarsch mit 1300 Höhenmetern reicht es mir auch für heute. Das Abendessen entschädigt für den langen Marsch.

Tag34: Imabari – Saijo

Heute galt es nur eine kurze Strecke zurück zu legen, dies war vor allem darin begründet, dass ich keine näher an meinen morgigen Zielen gelegene Unterkunft reservieren konnte. Per Zug ging es zurück nach Iyo-Komatsu und von dort nach Tempel#63

Auf dem weiteren Weg nach Tempel#64 räkelt sich eine Schlange auf der Straße. Nicht ganz ungefährlich (für die Schlange) Wenngleich giftig, macht sie doch auf einen heranrasenden Autoreifen keinerlei Eindruck, siehe Bild von gestern. Dieses Exemplar einer Mamushi ist jedoch noch putzmunter und schlängelt sich vor mir davon, als ich sie fotografiere. Es war übrigens unglaublich warm, mehr als 25 Grad im Schatten, nur vom Schatten gab es viel zu wenig. Dazu der schwere Rucksack, ich schwitze wahnsinnig. Bei meiner Ankunft an Tempel#64 brauche ich dringend eine Pause und finde dort auch ein schattiges Plätzchen an Sockel einer Buddha Statue. Eine schöne Tempelanlage mit diversen Schreinen.

Dann geht es weiter nach Saijo. Obwohl ich heute noch nicht sehr weit gelaufen bin, macht sich der Rücken sehr bemerkbar. Nachwirkungen von gestern? Die Hitze? Morgen soll es ähnlich warm sein, doch dann ist die Strecke dort so lange und es sind viele Höhenmeter zu überwinden.. Als ich um zwei am Hotel ankomme, kann ich bereits einchecken und ich brauche dringend etwas zu essen.

Nach einer Pause mache ich mich noch einmal ohne Ballast und leicht bekleidet auf einen Rundgang durch die Stadt. nach einem eiskalten, alkoholfreien Bier kehren meine Lebensgeister zu mir zurück, es gibt einige Tempel gleich um die Ecke, aber die überdachte Einkaufsstraße hier im Ort ist noch um einiges morbider und herunter gekommener als in Uwajima. Nur ganz wenige Geschäfte bäumen sich gegen den totalen Verfall auf und sogar einen Schrein hatte man integriert…

Tag33: Imabari

Nach einem Müsli Frühstück ging es mit dem Zug nach Iyo-Komatsu. Direkt nebenan liegt Tempel#62 Hojuji.und jetzt wird es kompliziert: denn hier gibt es irgendeine Art von Krieg der Tempel gegen einander odet 62 gegen den Rest der Welt bzw. die Shikoku 88 Tempel Vereinigung. Tempel 62 ist jedenfalls kein Mitglied mehr in dieser Vereinigung, was zur Folge hat, dass bei Tempel 61 ein Container aufgestellt wurde, um es den Busreisenden Pilgern zu ermöglichen einen Stempel für Tempel 62 zu erhalten ohne Tempel 62 zu besuchen. Das ist ehrlich gesagt seltsam, aber auf eine gewisse Art hat die Tempel Vereinigung Tempel 62 die Heiligkeit oder Anbetungswürdigkeit abgesprochen. Tempel 62 nimmt den doppelten Preis für seinen Stempel als Kompensation. Es ist gelinde gesagt verrückt. Ich habe das teure Original als Stempel genommen. Fotografieren war bei 62 verboten. Bei Tempel 61 handelt es sich um eine Art Turnhallen Tempel – ein großer rechteckiger Betonklotz. Das Teil ist jedenfalls keine 1000 Jahre alt und deutlich weniger fotogen als T62.

Anschließend ging es stetig bergan zu Tempel#60 Yokomineji. Es war bereits morgens um neun warm, aber zum Glück ging der Weg großteils durch den Wald und war somit schattig. Eine Banane und eine Möhre brachten mich so gerade eben über den steilen Anstieg nach oben, dann jedoch brauchte ich ein Reisdreieck für den erneuten Abstieg. Unterwegs kam ich mit einem netten Japaner aus Takamatsu ins Gespräch und zurück an der Bahnstation hat er mich sogar zu einem Softeis eingeladen. Arigato gozaimasu!

Mit dem Zug gering es dann wieder zurück nach Imabari.

Übermorgen für den Anstieg nach Unpenji werde ich definitiv mehr Kalorien vorsehen, sonst verpasse ich noch die letzte Seilbahn nach unten, weil ich zu langsam werde. Dann würde es sehr sportlich, noch zeitig ins Onsenhotel zu kommen. Es soll noch wärmer werden, dann brauche ich noch mehr Flüssigkeit als heute. Ich habe nach meiner Rückkehr im Hotel direkt geduscht und meine Klamotten im Waschbecken gewaschen, weil ich schon wieder anfing zu stinken. Und dann habe ich mein Sashimi und Salat aus einem Marunaka Supermarkt gegessen.

Morgen wird vermutlich sehr ruhiger Tag: nur T63 und T64 liegen auf der flachen 15km Strecke

Zwischenbilanz heute: 62 Tempel, 800km

Tag32: Imabari

Mit dem Limited Express Zug, in der Anpanman Edition, ging es nach dem Frühstück von Matsuyama nach Imabari. Den schweren Rucksack lasse ich in Hotel und mehr mich nur mit dem Nötigsten auf den Weg nach Tempel#56.

Schon geht es weiter nach Tempel#57.

… Und dann weiter, bergan nach Tempel#58.

Der Weg von T#58 hinunter ist sehr steil und so heißt es aufpassen und sicher bei T#59 ankommen

Mein Weg zurück zum Plaza Hotel führt mich über die Wasserburg von Imabari. Den Turm hat man zwar erst von einigen Jahren gebaut, ist aber von Außen schön anzusehen. Den Eintritt habe ich mir gespart – ich habe bereits einmal in Nagoya solch eine Fake Burg aus Beton besichtigt.

Abends ging es dann in ein Coco Curry Restaurant, um ein Spinat Chicken Curry in der Schärfe Stufe +2 zu essen. Gesamte Kilometer des Tages: etwa 30.

Tag31: Matsuyama

Ein Tag in der Provinzhauptstadt von Ehime, Matsuyama so ganz ohne Tempel. Na, fast ganz ohne Tempel, dafür gab es aber Burgen und Parks. Und Einkaufsstraßen. Bei wunderbarstem Wetter. Leider wurde heute in Kunstmuseum nur eine teure Sonderausstellung über Drucke von Escher aus Jerusalem angeboten und die reguläre Ausstellung war geschlossen. Das war es mir dann nicht wert und ich ging stattdessen in den City Park. Lohnenswert.
Die Versuche Bilder hochzuladen waren erneut einfach nur frustrierend. Technik die entgeistert. Resultat nach etlichen Versuchen: Kunterbunt durcheinander, tauchten irgendwo auf, nur nicht dort, wo ich sie hin setzen wollte. In den Code-Editor umschalten und grob korrigieren… Wieder einmal muss ich mich fragen, was ich hier eigentlich treibe. Andererseits ist es schon erstaunlich, wie viel über so ein Smartphone möglich ist.

Samurai

Tag30: Matsuyama

Der heutige Tag war Stückwerk. Mitten in der Nacht wachte ich auf und hatte Hitzewallungen: ein Blick aufs Thermometer zeigte dass es mehr als 26 Grad Celsius im Raum waren. Die Klimaanlage ließ sich jedoch nicht einschalten. Nach Sonnenaufgang steigerte sich die Temperatur im Zimmer auf ungefähr 30° – dies steigerte nicht wirklich meine Zufriedenheit.

Das Frühstücksbuffet hier im Hotel war ganz passabel. Die Reaktion an der Rezeption jedoch, auf meine Bitte, während meiner Abwesenheit doch bitte mal die Klimaanlage zu überprüfen, war nicht akzeptabel. Erwarte ich für ein 3Sterne Businesshotel zuviel, dass jemand an der Rezeption Englisch spricht? Man versprach mir jedenfalls, den „Blast“ ab heute anzuschalten, da die Berufung zentral gesteuert wäre. Als ich gegen Abend ins Hotel zurückkehrte, war aber immer noch sehr warm und die Steuerung der Klimaanlage war nun komplett deaktiviert. Fenster lassen sich auch nicht öffnen und schon kostete mich mein aufgrund der erneuten Hitzewallungen eintretende Pulsanstieg gefühlte 100 buddhistische Karmapunkte. Ich mochte es nicht, dazu gezwungen zu sein, nochmals an die Rezeption zurückkehren zu müssen, um doch bitte endlich die Steuerung der Klimaanlage zu aktivieren. Ich habe doch keine finnische Sauna gebucht. Das Englisch Niveau war zum Abend hin immerhin fast auf Hauptschulniveau, aber auf eine Erklärung der Bedeutung der Aussage „we will change in the computer“ musste ich verzichten. Ich bedankte mich ordentlich und im Zimmer konnte ich tatsächlich die Klimaanlage steuern und sie kühlte.

Zurück zum Stückwerk. Also morgens bin ich erstmal zur Station Otemachi, um dort einen buddhistischen Tempel zu sehen. Er verbirgt sich in oder auf den weißen Gebäude in der Mitte.

Ich bin dann von dort mit der Bahn nach Takahama gefahren und von über einen Hügel zum Tempel 52 gewandert. Der Weg war anfangs ziemlich zerstört und wandelte sich dann in einen Dschungelpfad.Dann, immer schön an der Straße entlang (dort bekam ich eine Orange als Ossetai) ging es anschließend nach Tempel 53.

Da erst Mittag war und die Bahnstation nebenan, beschloss ich die Bahn zur Station Onishi zu nehmen und von dort einige Kilometer zu Tempel 54 zu gehen. Dort traf ich erneut auf einen ausgewanderten Landsmann und wir erhielten ein Ossetai: eine Flasche Wasser und einen Keks. Er hatte wohl nicht den Eindruck, dass ich dies Ossetai verdient hätte, da ich einen guten Teil der Strecke mit dem Zug gefahren bin, anstatt 30km durch Industriegebiete zu wandern… Dann aber bitte auch nicht über das (tolle!) Wetter beschweren und dass man davon Sinnenwand bekäme.

Weiter ging es vier Kilometer nach Tempel 55 im Zentrum von Imabari. Ganz in der Nähe des Bahnhofs habe ich eine Filiale von Coco Curry gesehen, ich freue mich schon darauf dort übermorgen etwas zu essen.

Einen staubigen Parkplatz mitten zwischen den Tempelgebäuden finde ich etwas irritierend, aber wo sollen die armen Autos und Busse den sonst hin?

Direkt nebenan ist auch ein großer Shinto Tempel, auch hübsch.

In der Stadt bin ich zwar in zwei Tagen für zwei Nächte, aber d durch diesen Vorlauf habe ich mir den Umweg und logistische Probleme erspart. Eigentlich hatte ich vor, auch noch Tempel 59 zu besuchen, allerdings habe ich mich zu lange mit einem Paar aus der Schweiz unterhalten und somit den Zug verpasst, der mir dies zeitlich ermöglicht hätte. Um fünf Minuten… Somit muss ich in zwei Tagen die Tempel 56 bis 59 in strikt chronologischer Reihenfolge besuchen. Ordnung muss sein. Auch gut.

Ein weiteres Ergebnis der Unterhaltung war, dass ich mir völlig unsicher geworden war, ob mein Plan des Besuches von Tempel 65 und 66 realisierbar sein würde. Nochmaliges genaues Studium der Karte und der möglichen Bahnverbindungen, gibt mir jedoch Zuversicht, obwohl es sehr sportlich wird, mit über 30km und 900 Höhenmetern und ich eventuell erst zur Abenddämmerung am Onsen Hotel eintreffe. Das wird schon!

Mit dem Zug ging es dann von Imabari nach Matsuyama zurück, insgesamt gelaufen heute nur etwa 20km.

Der Upload der Bilder und des Blogeintrages sind auch nur Stückwerk. Das APA Hotel WiFi ist nun auch als Angreifer gesperrt. Von hier aus geht ohne Umweg über die heimische Fritzbox per VPN also nichts mehr…

Und was sagt der Hoster lapidar dazu? Ihm steht die WordPress App arbeitet nicht richtig und eine Ausnahme von der Sperrregel gibt es nicht. Er praktiziert „Sicherheit und Betrieb schließen sich gegenseitig aus“

Anderseits habe ich mich auch zu sehr über die App geärgert, so dass ich wie jetzt auch gerade über das Webinterface arbeite. Geht im Endeffekt schneller, weil stabiler im Betrieb und hat mehr Möglichkeiten.