Rien ne va plus?

Die Kugel rollt. Auf welcher Zahl wird sie landen? Nichts geht mehr, doch alles ist offen und möglich zwischen Hauptgewinn und Totalverlust.

Vom Schicksal bestimmt? Auf das glückliche Händchen kommt es an? Gar berechenbar?

Nein, das Leben ist kein Roulette, kein Spiel an den man teilnehmen kann oder auch nicht. Und doch gibt es Analogien: Man bestimmt oft selbst die Höhe des Einsatzes, jedenfalls wenn man die Möglichkeiten hat und nicht mit täglichem Überlebenskampf beschäftigt ist und somit immer „All in“ ist. Aber das macht es nicht unbedingt einfacher. Oder auch manches zu einfach, im Umkehrschluss.

Manchmal ergeben sich die Dinge Fall auf Schlag, ist plötzlich nichts mehr so, wie es war – aus heiterem Himmel wird die Adaptionsfähigkeit getestet. Wellen über Wellen, lock out und lock down, die Aussichten nicht allzu verlockend. Die Reaktionen wirr und quer und panisch.

Im Internet finden sich Phantastilliarden sinnvoller und weniger sinnvoller Ratschläge und Herangehensweisen damit umzugehen. Manchmal von Personen, die ähnliche Situationen erlebt haben, aber dennoch nicht in genau in exakt derselben Situation, mit exakt derselben Vorgeschichte steckten. Also Laber-Rhabarber und hilft nur, wenn du wirklich völlig ahnungslos bist. Oder hilft auch nicht, wie der Ratschlag Desinfektionsmittel zu trinken gegen Covid – wenigstens nicht ohne erhebliche Nebenwirkungen.

Wesentlich öfter kündigen sich die Veränderungen jedoch frühzeitig an, man könnte gegensteuern, aber manchmal kann man einfach nicht ausweichen, der Aufprall wird unvermeidlich, vorhersehbar. Wird man zurückgeworfen, überrollt, Augen zu und durch, oder schafft gar die Veränderung?

Aber manchmal zeigen sich auch nur Symptome, etwas ist faul im Staate Dänemark, die Ursache bleibt (lange) im Dunkeln. Es riecht. Und der Geruch nimmt zu. Ich weiß nicht, ob ein Frosch wirklich in einem Topf mit Wasser sitzen bleibt, wenn man ganz langsam die Temperatur erhöht, ob er nicht doch die Zeichen der Zeit beizeiten erkennt, bevor seine Zeit verfrüht gekommen ist…

Zu Zeiten von Corona zu lange in einer unmöglichen Situation virtuell auszuharren, die immer unmöglicher wird und es nicht die Frage ist, OB es zum Knall kommt, sondern nur WANN – dies ist möglich. Vielleicht sogar das Einfachste. Es gibt ja auch keine Alternative, besteht ja auch keine wirkliche, körperliche Gefahr, dass man von Splittern und Schrapnell verletzt werden könnte -aber ob das Gehirn dies unterbewusst ebenso nüchtern, mit dem nötigen Abstand den Körper vermittelt?

Obwohl: wann ist zu lange wirklich zu lange? Wenn man den Knall miterlebt oder der psychische oder körperliche Schaden schon nachweislich eingetreten ist, womöglich Irreservibel?

Sich nicht davon erdrücken zu lassen, das gilt es zu verantworten. Mit allen Konsequenzen. In übler Sitaution auszuharren ist keine Menschenpflicht. Carpe Diem. Nutze die Zeit und Gelegenheit in der Natur, wo es schön ist mit realer Wahlfreiheit einer alternativen oder gar keiner Virtualität. Auch wenn es vorerst nur ein Entkommen auf Zeit ist. Immerhin. Frankreich?!
Da geht noch was!